und deren Beurteilung rc, 67
gegeben. Avizenna versichert: daß khm, außer der.Arznekwissenschaft, die Dialektikund Physik von Gott im Traume gelehret worden. Lullkus, in seinem Kodkzil,behauptet: daß er die Kunst durch göttliche Eingebung erlernt hätte, und eben soRipläus; der aber doch gestehet, daß seine weite Reisen nicht wenig zu seinerAufklärung beigetragen hätten. Parazelsus rühmt an mehr als einem Orte: seineWeisheit wäre aus keinem Buche und von keinem Lehrer; sondern vom Himmel. °)Gott hätte ihm durch die Natur alle Käntnis und Erfarung gegeben: denn inzehen Jahren wäre kein medizinisch Buch in seine Hände gekommen. Er hieltdafür: daß durch das Lesen der arabischen Alchymisten und Aerzte, wie auch desGalenus, vielZeit unnüz verdorben würde, und suchte seine Zuhörer, als Schülerder galenischen Aerzte, davon abzubringen. Wie er zu Basel die Professorstelleantrat: so verbrante er die Schriften des Avkzenna, des Galenus und verschiedenerAraber im öffentlichen Hörsaal, um sich das Ansehn eines großen Reformators inder Medizin zu geben, der durch seine neue Lehrsätze diese Werke der Alten gänzlichvernichten würde.
Das Gerüchte von des Parazelsus großen Kuren, der Ruf, daß er die Arznei,wissenschaft durch seine chymische Entdekkungen in eine ganz andere Gestalt gebracht,Hatten Thurneissern zu seiner Art, die Chymie und Arznekwissenfchaft zu erlernen,den Plan gegeben. Es fehlte ihm, so wie dem Parazelsus, an den nötigstenSchulwlssenfchaften; und da sich dieser blos durch seine Reisen viele Käntnis inden Wissenschaften erworben hatte, daß er so gar zu Basel Professor wurde: soglaubte er, daß auch ihm dieser Weg offen stünde, und daß er dadurchjdie Flekkenseiner Jugendfthler bei seinen Landöleuten auslöschen würde. Seine ersten Jugend,jähre, die er bei dem D. Huber S ;zugebracht', der ihn zum Krautersamlenund zur Zubereitung der Arzneien, wie auch zum Vorlesen der Schriften desParazelsus gebraucht hatte; seine erlernte Goldschmidsprofeßkon und das dazunötige Zeichnen, machten, daß er seine Reisen mit einiger Käntnis in der Metallurgie,
I 2 Chymie,
*) I. C. im Buch vom Podagra und in der Zueignungsschnft der Chirurgie an KaiserMaximilian, ferner im sexten Kapitel m der Genealogie der Mineralien.
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