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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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84 Thurneissers Aufenthalt am Hose,

überal aus, welche er mit seltener Schminke, Schönheitsöl und Waschwasserwider die rote Pikkeln versähe. Alle diese Umstände trugen dazu bei, daß Thur--neisser, als ein ganz fremder Mann in seiner Kunst allen übrigen Aerzten im Lande,sehr geschwinde vorgezogen wurde. Denn ein jeder schäzte sich und das Landglüklich, wenn es einen solchen Mann, der dessen unerkante Reichtümer emdekte;auf knumr behalten könte. Diesen glüklichen Zeitpunkt verstand er zu nutzen.Die Churfürstin hatte während der Zeit, daß sie in Thurneissers Kur war, denChurfürsten in den verschiedenen Städten, wo er die Huldigung einnahm, beglei-tet: und Thurneisser war in dem Gefolge des Hofes überal mitgereiset. Da sienun völlig wieder hergestelt war: so bat er um Erlaubnis, daß er den Druk seinerSchriften in Frankfurt ferner besorgen dürfte. Der Churfürst gab ihm zu erken-nen: er wünschte sehr, daß er auf ein Jahr bei ihm in Diensten gehen möchte.Thurneisser stelle vor: daß er nur in die Mark gekommen wäre, etliche Brunnenund Wafferflüsse genauer zu probiern, um sein Werk desto volständkger zu machen;Weib und Kind Hätte er wegen seiner Reisen nach Kostniz geschikt, und sie seitdrei Jahren nicht gesehen; sie wüsten nicht, wo er geblieben wäre. Der Churfürsterbot sich, sie auf seine Kosten kommen zu lassen, und er solte bei ihm bleiben.Thurneisser berühmt sich: daß die Gnade des Churfürsten seit dieser Zeit, bis indas vierzehnte Jahr, unverändert gedauert hätte; und wir werden davon, sowievon der unveränderten Gnade des ganzen Churfürstlkchen Hauses gegen ihn §. X.und XI. die sichersten Beweise beibringen.

Der völlige Abdruk des Pisons wurde erst im folgenden Jahre geendigt. Die^ Vorrede ist von ihm zu Berlin den iMärz 1572. unterschrieben, unddasBuchdemChurfürsten August von Saxen zugeeignet worden. Wie noch am Pifon gedruktwurde: so gab er fein Werk von den Harnproben r 571S. 70. ebenfals zu Frank-furt *) heraus. Aus diesem erstehet man: daß er zu Frankfurt im April und Anfang

des

teils um Waschwasser und Schöuheitsbl ersuchen, nebst Beschreibung des Gebrauchs.Sie schlichen gemeiniglich mit der Bitte: es niemand wissen zu lassen, noch anderndavon zu geben. A. Muskulus, der den tzosenteufel schrieb, muß vom Schminkennichts gewußt haben.

') §. XU. nr. IU.