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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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87
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Thlmreisser steht m großem Ansehen, 87

Aufsicht könttn gedrukt werden. Von der Menge Menschen, die er darin unter,hielt, und von der Einrichtung ihrer Beschäftigungen, werden wir hernach aussähe»sichere Nachricht geben. Er hielt ausserdem viele Schreiber, Laboranten undHandlanger zu den chymkschen Arbeiten und zur Verfertigung seiner geheimenArzeneien; wie auch Boten zum Derschikken. Fast alle diese Leute und die Bedientewaren verheiratet, undwohnren mitWeibern undKindern bei ihm. Daher war derAufwand zu deren Unterhalt so groß, daß er, außer andern Fleischspeisen, monatlicheftienOxen schlachten ließ. Er hatte eineArr von Hofstaat oder Haushaltung von mehrals zweihundert Personen. Er selbst ging reinlich und prächrkg in schwarz samtnen undseidenen Kleidern und täglich mit seidenen Strümpfen. ?) Um den Hals trug er gol,deneKetten und daran Hängende Chur, und Fürstliche Bildnisse, auch goldeneGnaden,pfennknge, oder Kontrefaitmünzen. Wenn er fuhr, so hatte er den Wagen mit vierPferden bespant, und seine Bediente gingen neben her. Wenn er auszugehen hatte, soließ er sich von zweien Aedelknaben begleiten; daß er aber selbst von Adel gewesen, oderim Adelstand erhoben worden, davon findet sich keine sichere Nachricht s). Diebeiden Pagen, die er seit 1580 hatte, waren zwei ^Lettern, Christoph und Hans

Christoph

0 Bartholde! ich habe auch seidene Strümpfe r aber ich trage sie nur des Sonn- undFesttages," sagte Markgraf Johannes zu Küstrin noch i zby gegen seinen GeheimenRath, Barthold von Mandclsioh, Amlshaupimann zu Kolbus, Gesandten auf ver-schiedenen Reichstagen und an fürstliche» Höfen, der sie mit aus Italien gebracht hatte,und einsmals an einem Wochentage mit solchen bei Hofe erschien. Man sieht, wie rarsie zu der Zeit hier im Lande waren. M. F. v. Seidel hat diese Anekdote in der hand-schriftlichen Fortsetzung der Märkischen Bildersamluug, die in der Küsterschen Verstei-gerung mir zugefallen

') Dieterich l.c. S. izg. sagt: daß Thnmeisser vom Kaiser einen Adelsbrief erhaltenhätte, aber nicht, wenn und von welchemKaiser. ObThurneiffer gleich sonst in seinenSchriften nichr gerne etwa» verschwieg, was zu seiner Ekre gereichen konte, so hat erdoch diesen merkwirdigeu Umstand niemals berührt; außer daß er im Ausschreiben I.S. iog. sich beschweret, die Baseler beschuldigten ihn:er hatte seine Adelsftci'beitenund andere Briefe mit Nachdmftuiig der Könige, Fürsten und Herren Siegel, gefähr- sicher und fälschlicherweise, überkommen." In der Ausgabe der Quintessenz, die 1570zu Münster herauskam, hat er einen gekrönten Helm auf seinem Wapen gesezt und dennachmals beibekalren; allein es ist dieses Geschlecht und Wapen, so viel ich nachgesehen,in keinem adelichen Wapenbuche zu finden.