Buch 
Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
Entstehung
Seite
96
JPEG-Download
 

y6 Mannigfaltigkeit

und versprach ihm einet, ansehnlichen Teil davon zu geben. Ein anderer Bürgerzu Augsburg Anton P-chlmg that ihm dergleichen Antrag, und Augsburg muß zuder Zeit ganz vol von vergrabenen Schätzen gewesen seyn. Mehrere von Adelaus Schwaben, wie auch andere Reichsbürger verlangten von ihm Rath überSchätze, die bald auf ihren Gütern, bald in ihren Häusern verborgen lagen,ob und wie sie zu erheben? uyd wie er als Schwarzkünstler in Ruf kam: so wurdeer auch in Hexereien zu Rathe gezogen. ' Herzog Philip zu Brannschweig Gruben,Hagen, nebst seiner Gemalm Klara, fanden seit einiger Zeit: daß, wenn sie aufihrem.Hause zu Rothrnkirchen waren, sie die Nächte gröstenteils schlaflos zubrach«ten. Sie liessen dieBetten, Hauptpfühle und Kissen untersuchen: und man fandsie voller Unm'nigkekten, Sand, Früchte und ungewöhnlichen Samen, nebst zweiKränzen vder Ringen von Flax, zum Teil roth, und allerlei Federn von Enten undandern Vögeln. Die Herzogin hatte zwar alle diese Dinge gleich ins Wasser werfenlassen: beide schikten aber so gleich einen reitenden Boten an Thurneissern, und„liessen ihn um seinen hochverständigen Rath und wohlmeinendes Bedenken»ersuchen, was dieses für eine Signisication Habe." Thurneissers Antwort istnicht bekant. Die Hexe, so die gute Federn herausgezogen, den Unrarh eingestopft,und den Durchlauchtigsten Herrschaften ein unsanftes Lager gemacht, hätte dieb<ste Auskunft geben können. Außer dergleichen Anfragen und Beschäftigungenvon allerlei Art, die ihm die starke medizinische Praxis, der weit ausgebreiteteBrkefwexel, sein Laboratorium, sein Naturalien- und Kunstkabinet, sein botanischerGarten und die von ihm angelegte Buchdrukkerek gaben; stand er beinahe mit derganzen Stadt in Verbindung. Sein Haus war wie ein Lombard, und in ihmselbst wohnte die Seele eines großen und geschäftigen Wucherers, die erst cingezo,gen war, seit dem er hier im Lande Vermögen erworben hatte. Wer Geld brauchteund Geldeswehrt hatte: schikte es zu ihm zum Versetzen. Der Churfürst hatte dieJuden wegen des dem Llppold angeschuldigten Verbrechens aus dem Lande gejagt.Thurneisser, der bei den Juden zu Wiel Lehrgeld gegeben, crsezte deren Abgang: ernahm hohe Zinsen, und hielt die Derfalzeit der abgestandenen weit höhern Pfändersehr genau, und ließ sich nicht leicht durch Fürbitten k>) rühren; welches ihm nicht

wenig

>) Es finden sich dergleichen von den vornehmsten Chmf. Räthen.