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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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97
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seiner Beschäftigungen. 97

wenig Feinde machte. Er kaufte alt Silber, schmelzte es zusammen, und schikte«s nachPohlen, besonders nach Lissa und Warschau, zum vermünzen; wo es öftersan Metal fehlte. Er wexelte gute Münzforken ein, die so wie das Gold hier imLande mit den schlechten Münzen in gleichem Cours waren: und schikte sie durchseine Schreiber nach Leipzig zur Messe, und nach andern Orten; wo er gute Umeschlüge zu machen hofte. Der Churfürst selbst und der Hof, gaben ihm vielerleiBestellungen von Einkauf und Arbeiten, die er so wol zu Leipzig, als Nürnberg,Frankfurt am Main, und selbst in Venedig durch seine Schreiber und Bekantfthaftenbesorgen muste. Besonders sezte die Markgräfin Katharina, Gemalin des Chur-Prinzen, auf Thurneissern ein ausserordentliches Vertrauen: und brauchte ihn inallen ihren Angelegenheiten und Geschäften. Wenn sie Geld nötig hatte: so musteer auf seinen Namen zwei, drei und mehr taufend Taler auf der Leipziger Messe fürsie aufnehmen. Sie ließ durch ihn Kleinodien und Silberzeug kaufen und verkau-fen: und sie so wol, als ihr Gemal hatten beständig Aufträge von allerlei Art; dieer ihnen Hier und auswärts besorgen muste. Die Markgräfin schikte ihm einenMenschen zu, den er km Wapen- und Steinschnciden unterrichten solte; worin manihn für einen großen Meister hielt. Die Laboranten und Provisores, die er aufihre Kosten unterrichten muste; werden im folgenden vorkommen. Einer von diesensolte ihm die Kunst ablernen, Rubinen und Smaragden zu machen. Denn Thur-neksser hatte ihr zugesagt: daß er sie so gut zumachen wüste, daß man sie von denächten gar nicht unterscheiden könte. Die Markgräftn fand an derApothekerkunstso, wie ihre Frau Mutter, ein großes Vergnügen: und durch Thurneissern bekamsie auch Lust, einige ihr teils mitgeteilte, teils erkaufte alchymische Prozesse zuversuchen. Sie ließ zu Halle 1577 ein Distillkrhaus oder Laboratorium bauen,und ersuchte Thurneissern Hinzukommen, um die Oberaufsicht über den Bau zuführen, und die innere Einrichtung des Hauses anzuordnen. Sie hielt um desChurfürsten Einwilligung an, welche er ungern gab, weil erThurneissern beständigbei sich haben wolte: doch durfte er jährlich einige mal nach Hatte reisen, wenn derChurprinz und dessen Familie ihn Krankhekts wegen rufen liessen. Es finden sichnur zwei Reisen zu auswärtigen Fürsten, wozu er die Erlaubnis erhielt: die einewar i Z7- nach Dessau zu Fürst Joachim Ernst von Anhalt, des Churfürstens

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