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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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124 Thurneissers Bücherhandel.

Dukaten und Engelotten begleitet, als die Bücher nicht Taler kosteten: und derAbgang der Arzneien brachte nicht geringe Summen ein. Die Schreiber wurdenvon den Herrschaften, an welche sie geschkkt wurden, frei gehalten, und außerdemmit guten Trinkgeldern abgefertigt., Bei dieser Gelegenheit musten sie ihm Erz-stufen, Versteinerungen, Kräuter, rare gemalte Bücher, chymksche Handschriftenund andere seltene Dinge mitbringen, oder doch davon berichten; sie erfuhren vielneues, so an auswärtigen Höfen und in andern Landern vorfiel: und er wußte sichdurch Mitteilung der erhaltenen Neuigkeiten^) bei dem Churfürstlichen und andernHöfen beliebt zu machen. Wolte man die Geschenke an Gelde, die er blos vornAdel in Schlesien und den schwäbischen Fürsten und Grafen für das Herbarium erhal,ten, zusammen rechnen: so würden leicht einige tausend Taler zusammen kommen;ohne was er durch den Debit der Buchhändler erhielt, die zu zwanzig bis dreißigExemplare verlangten. Denn jeder wolte auf den Frankfurter und Leipziger Messender erste damit seyn. Wir wollen nur einige Herrschaften aus ihren Danksagungs,schreiben benennen, die in Schlesien auf dem Zuge eines seiner Schreiber nachUngarn, mit dem Kräuterbuch beschenkt wurden. Zuweilen können dergleichenNachrichten, wegen der Vornamen und der Lebenszeit, in den Genealogien derFamilien und auch sonst Nutzen schaffen. Es sind der Herzog Georg zu Brkeg,

Anna

/) Wenn er mit dem Churfürsten auf den Jagdschlbssern war: so gaben ihm die, so erhier gelassen, Nachrichten von dem, was in Berlin vorfiel. Wie er 1576 mit demChurfürsten, während der Zeit, daß hier die Pest sehr heftig wütete, zn Karzig war:fo schrieb ihm Daniel April den I Z. Oktober:Wunder habe ich gehört, wie sich unserePfaffen schlagen, schelten und zanken, daß es Sünde und Schande ist. In S. Ni-kolauskirche haben sie sich mit den Leuchtern wollen schlagen. Die zu S. Marien haben sich auf dem Neuen Markt einander mit Steinen geworfen, daß man sie mitgroßer Mühe hat von einander bringen müssen, und ist dieses alles um das leidige Geld zu thun, das sind ihre guten Exempel in bieten gefährlichen Zeiten. Ich gedenke daß ihnen unser Herr Gott wird nicht so viel lassen zu gute werden, daß sie die Pest,'-lenz erwische, sondern der Teufel, wird sie noch wol gar hinweg holen." Es geschahdieses zu einer Zeit, da die alten achten lutherischen Kernlieder in beiden Kirchen gesim,gen wurden. Damals waren sie nicht fähig, gute Sitten unter der Geistlichkeit selbstz» bewirken: und jezt findet sich ein Häuflein, welches, ohne sie, nicht selig zu werden,befürchtet.