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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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130
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iZo Thumeissers Arzneien.

präparirt, Goldtinktur, Goldpulver, Mittel wider das Schrötelmännlei'n, widerVerzicht, ein Arkänum für ein roth Gesicht, dasselbe zu erläutern und dealbkrenu. d. gl. die alle von sehr Hohem Wehrt waren. Thurneksser war in gewissen Fällensehr dienstfertig, nachgebend, und wüste alle Gelegenheiten zu nutzen. Der GräfinLynar, die vielleicht des vielen Eknnehmens überdrüßig war, schikte er einige Oeleund andere Mittel zum ausserlichen Gebrauch; die einmal nicht mehr als z; Taler,und ein ander mal 15 Taler io Sgr. machten. Er schrieb, daß er glaubte: es würde Jhro Gnaden zum besondern Vergnügen gereichen, diese kleine Unkosten zu tragen, damit sie nichts einnehmen dürften." ZurVerfertkgung seiner Arzeneienunterhielt er eine Menge Laboranten, von welchen Leonhard Freidenberg, ChristophSchüer, der auch Kräutersamler war, Wolfgang Forbrkgk, Martin Benterodius,zuweilen in seinen Papieren vorkommen; die mit den, von auswärtigen Herr,schaften ihm zugeschikten, Laboranten daran arbeiten mußten: er hatte den Vorteil,daß er leztere nicht bezalen durfte, sondern noch Lehr- und Kostgeld dazu bekam; obsie gleich selten erfuhren, was sie eigentlich zubereiteten. Wie sich seine ArbeitenHäuften, so befal der Churfürst dem Amtmann aufdemMühlenhof, ci ä. Lr.Junikr;8r, daß er ihm solle ein Gewölbe öfnen undDfenö darin machen lassen. Seidelmerkt in seiner Handschrift an:wie ChurfürstFrkderkchWilhelm 1667 imKlosterzu Berlin etwas bauen und aufgraben lassen: so hätte man unter der Erde ein Gewölbe gefunden, darin mancherlei Thurnekssersche Instrumente, gläserne undirdene Gefäß-e, auch verklebte destilliere Sachen und dergleichen Dinge mehr unversehrt gefunden; welche er vermutlich zur Bereitung seiner chymischenHekm,lichkeiten gebraucht hätte, und wären sie ohne Nutzen in vielerlei Leute Hände gekommen."

Die medizinische Konsilka, die ausser den Harnproben von Thurneissern ver-langt wurden; ließ er sich sehr gut bezalen. Wer nicht Geld mitschikte, bekamkeine Antwort. Graf Burchard zu Barbi hatte ihm von Leipzig aus seine Krank,heimgeschickte zugeschkkt, und keine Antwort erhalten; er begrif die Ursach, schriebwieder, und legte hundert Goldgulden oder Dukaten bei: nun wurde er baldgefördert. Es finden sich viele andre Schreiben von fürstlichen, gräflichen undadelichen Personen, die mit 50 und mehr Talern für seine Mühe begleitet wurden:

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