izr Thumeissers Einkünfte
bald man dem Nakr'vitatsteller die Geburtsstunde gab: so suchte er «ach astrologi-schen Regeln den Stand der Planeten auf. wie er zu der Zeit gewesen, in welchenZeichen des Thierkreises sie gestanden, bemerkte die Aspekten der Planeten gegeneinander, und bestirnte aus der Astrologie ihren Einfluß und Wirkung auf denGebornen. War dieses in Ordnung: so beurteilte er aus der Zusammenfügungder Gestirne die künftigen Schiksale des Menschen, seine natürliche Neigung undFähigkeiten -»Wissenschaften, Künsten oder Gewerben; ob er werde glüklich oderunglüklich? reich oder arm seyn? zu Ehren gelangen oder nicht? ob, wie oft, undan was für Personen er sich verheiraten werde? ob er Kinder bekommen möchte,oder nicht? was für Krankheiten er zu erwarten habe? ob er eines natürlichen odergewaltsamen Todes, sterben werde, und in welchem Jahre seines Alters solchesgeschehen möchte? Selbst Bischöfe, hohe Geistlichen und berühmte Philosophen,gaben sich mitNativitätstellen ab: und aufUniversitaten wurden Kollegia darüber,wie auch über die Chiromantie und Kabbala gelesen. Zuweilen trafen dergleichenPrognostika ein: und das gab Vertrauen- Nun wünschte jederman, das, wasihm oder seinen Kindern begegnen würde, vorher zu wissen: und bezalte den Nati-vitatsteller reichlich. Thurneisser hatte sich als Kalendermacher in großen Rufgesezt, den er als Natkvktätsteller vermehrte. Die an ihn gerichteten Briefe gebenzu erkennen, daß ihm solches ein ansehnliches Geld einbrachte. Es waren wenigefürstliche, gräfliche und andere Standeöperfonen, die nicht jede ihm zugeschikteGeburtsstunde mit vier und mehr doppelten Engesotten -) begleiteten. Zuweilenkamen sex, acht, ja bis zwölf Geburtsstunden aus einer fürstlichen, gräflichen oderandern Familie in Deutschland, Pohken, Ungarn, Böhmen und Schlesien an:und so wie einem Fürsten oder Hohen von Adel in Teutschland ein Kind geborenwurde, mußte Thurneisser die Nativität stellen. Er konte diese Arbeit nicht alleinbestreiken, und hielt dazu besondre Personen, dkeihm helfen mußten; denen er dafüretwas Gewisses gab. Der vorzüglichste war Magister Gröpler aus Brandenburg,fein Korrektor; der auch in Wittenberg, wohin er 1580 mit Thurnekssers Sohn,
Julius,
") Z.E. Gotfried, Graf zu Oettmgen, schifte ihm d. d. Oettingeu, für die gestellt Nativitätund für die Lieb/mia wsgns, hundert ganze Rrichsgulden»