Thurneisser ist dem Lande nüzlich. 14z
Sein Garten bei dem Kloster war voller botanischen Gewaxe: und auf seinemHofe hielt er seltene lebendige Tiere. Unter diesen war ein Elend, welches ihmFürst Radziwil nebst andern raren Sachen und Gewehr geschikt harte. Das Elendblieb über ein Zahr auf seinem Hofe. Er schlkte es 1579 nach Basel durch BurchardSpeideln: um sich durch diese Seltenheit bei seinen Landsleuten einiges Ansehen zugeben. E/ sahen es aber die frommen Baseler ") für seinen Zauberteufel an: undein altes Weib gab ihm einen Apfel mit zerbrochenen Nähnadeln zu fressen, damltes umkommen solte.
Seine Gewehrkammer war mit seltenem Schüßgewehr von allerlei Art, mitpolnischen, türkischen, ungarischen und andern Säbeln, Bogen, Köchern, Pfeilen,Tartschen, Schildern und was sonst nur merkwirdig war, angefüllet; womit ihnpolnische und ungarische Fürsten und Grafen, und auch teutsche Fürsten beschenktharten.
Man muß gestehen, daß Thurneisser, seiner schwachen Seite ohnerachtet, einaußerordentlicher Mann war, der dem Lande durch seine Käntnksse in so vielenFächern und durch seinen Aufenthalt mannichfaltigen Ruhen schafte. Die MengeAusländer von allerlei Art, die er Hereinzog, und denen er in seinem weitläufigenHauswesen Unterhalt gab; machten, daß auch noch andere in der Stadt sich dadurchwas verdienten- Er zog durch den Verkauf seiner Arzneien, Bücher u. s. w. sehrwahrscheinlich mehr Geld in das Land, als er hier erwarb, und für auswärtigeWaaren brauchte. Seine Drukkerek war wegen der guten Künstler und des grosssen Verkehrs, so er damit trieb, das nüzlichste unter allen seinen Projekten: hin,gegen sein Versuch, eine Samtweberei anzulegen, verunglückte zugleich mit seinemVorschuß, wie S. i z 9.0. angemerket worden. Er war der erste, der in dieser Gegenddie chymischen Arzeneien einführte: und auch durch diese Wissenschaft wurde erdem Lande nüzlich und den Künsten beförderlich. Er verbesserte und vermehrte dieAlaunsiedereien: und zu dem Salpetersieden *) war er mit Rath und That behilflich.Seine Gläser, Güßpukkel, und was er sonst zu seinen chymischen Arbeiten brauchte,ließ er hier im Lande verfertigen» Die chymischen Gläser und Gefäße wurden zu
Grimniz
') Ausschreiben I. S. §4. -') Geschichte der Wissenschaften S. 490.