Folgen der Heirat. r6z
k'cher gegebenen Erlaubnis und Zolfreiheit, alles von seinen Sachen bis aufdaslezteFaß nach Basel. Er glaubte, wenn er sein ganzes Vermögen mit Weib undKindern in Basel Hätte: so würde ihn der Churfürst desto eher ziehen lassen, undhielt im Herbst i;8r von neuem so wol selbst, als auch durch dieHofpredkger undden Grafen Lynar, bei dem Churfürsten und der Churfürstin um seinen Abschied an.Der Churfürst sahe den Abgrund vorher, worein Thurneksser sich und seine Kinderimmer tiefer stürzte. Als ein Schwätzer und seines Unsterns voll, hatte er seineunglükliche Verheiratung nicht verbergen können. Der Churfürst wußte: wieunüberlegt er öfters Handelte, und hatte Nachricht, daß er in Basel, wegen seinerZauberei und ehrgeizigen stolzen Aufführung, nicht in dem besten Kredit stünde; unddaß sein Bruder, seine eigene Frau, und besonders deren Vater damit umgingen,wie sie ihn um sein Vermögen brächten. Statt des Abschiedes gab er ihm dieVersicherung: daß er ihn Zeitlebens nicht verlassen wolle, wenn er sich ferner wiebisher gegen ihn verhalten würde; er wolle ihm auch sein Gehalt nach wie vorreichen lassen, und nicht ohne Noth mit vielen Reisen und Verweisung auf denJagdfchlössern abhalten, an seinen Werken zu arbeiten; er möchte sich wohl bedemken, in was für Gefahr er wäre; er solte seine Frau, seine Kinder nebst den bestenHabselr'gkeicen bald wieder zurükholen lassen. Der Churfürst und die CHurfürsti»versprachen, sich so gegen sie zu bezeigen, daß sie gern hier bleiben und nicht zmükverlangen solte. Gefiel es ihr nichts so könte sie wieder nach Basel gehen. UmThurneissern die Reisekosten und Fracht zu erleichtern, schkkte er ihm durch denKammerjunker Georg vonOppen §) dreihundert Taler Reisegeld. Worauf Thür-neisser die Anstalten machte, daß sie kommen solcen. Auf Anraten des berümtenRechtsgelehrcen und Raths Johan Koppen, sezte der Churfürst Thurneissers Kindernden sexren Januar r;8r drei Vormünder, die deren Bestes besorgen sollen. Eswaren solche der GrafLynar, Rath, General, Oberster der Artillerie, Munizlon-Zeug«' und Baumeister; der Hofpredlger und Thumprobst des neuen Stifts zuKöln Frldcrich Hartwig, und Magister Joachim Steinbrecher, der jüngere, damalsKonsistorialrath und nachher auch Hof- Kammergerlchts - und Amtskammerrattz.
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h Ausschreiben M. S. 42. -) Ausschreiben M. S. 149.