-64 Prozeß zu Basel,
Den iz. Februar r;8r. kam seine Frau mit den Kindern zu Berlin an: nnd imSommer selten seine Sachen und Effekten zurük kommen. Sie brachte ihre Zeitsehr übel mit ihm zu: er war äußerst eifersüchtig und von ihrer Übeln Aufführungunterrichtet Ein Smaragd im Ringe, den er ihr in Basel geschenkt, war währendder Abwesenheit in Stükken zersprungen; welches sein Aberglaube als ein sicheresZeichen ihres Ehebruchs auslegte. Er machte ihr Vorwürfe, und sie gestand: daßsie sich seit ihrem vierzehnten Jahre lüderlich und ehrlos aufgefürt; wovon er alleUmstände ö) ekelhaft beschreibt. Sie muste, auf sein Verlangen und nach seinerVorschrift, Briefe an ihren Vater und an ihren ersten Verfürer, einen verheiratetenVerwanten, schreiben; worin sie alle ihre Ausschweifungen bekent. Er ließ Abschriftren nehmen, und diese von einem Notarius attestiren; sie sind im Ausschreiben -)abgedrukt. Nachdem sie überhaupt nur drei Wochen bei ihm gehauset, und es ihran Vorwürfen und Verdruß nicht grfehlet: schkkte er sie gegen die Mitte des Märzihrem Vater zurük; sein Schreiber Adam Seidel mußte sie mit seinem Wagen undPferden hinbringen. Ihr Vater klagte den 2z. April 1582 bei den Stadtgerichtenzu Basel, und bei den davon abhängenden Kommissaren und Richtern des EHege,rkchts: Thurneisser hätte seine Tochter geheiratet, jezt von sich gestoßen uud nachHause geschkkt; er verlangte die Ursach zu wissen, warum er sie verstoßen. Es wurdevom Stadtgericht zu Basel ein peremtorischer Termin auf den 2;. Julius angesezt,und Thurneisser so wol von demEhegericht und Stadtgericht, als von dem Rath zu
Basel zitiret, weil Herbrot seine Klagen bei allen diesen dreien Dikasterien angebrachthatte. Seine Anwalde legten im Termin eine gerichtliche, zu Berlin den 22. Maii ;8r bei dem Stadtgerichte ausgefertigte, Volmacht vor, durch welche er sie auco*risirte: weil er wegen Krankheit und Geschäfte nicht persönlich kommen könre, sohätte er ihnen seine Verantwortung aufgetragen. Sie leugneten, daß er die Frauvon sich gestoßen: sie hätte einen Unwillen gegen ihn gefaßt und nicht mehr bleibenwollen; er verlangte, daß sie wieder zu ihm nach Berlin ziehen und mit ihm lebensolte. Herbrot erwies die Verstoßung aus Thurnekssers eigenem Schreiben, so eran ihn den 7. März abgelassen, und fügte mit Beweisen und Zeugen hinzu: Thür»
neisser
") Ausschreiben III. S. 8r. H x m S. 92. ivz.