»76 Flucht «ach Italien,
§. XI.
Thumeissers Flucht nach Italien. Abschied aus
der Welt.
^hurneisserS Lebenslauf ist bisher nach der Wahrheit mit scharfer Prüfung ausseinen Schriften, Brkefwexel und Handschriften, herausgesucht, vorgetragen undln der Zeitordnung berichtiget worden; leztere hat er selbst im Ausschreiben nichtallemal genau wahrgenommen. Alle moralische und andere philosophischeBetrach»tungen die bei dem Niederschreiben feines merkwirdigen Lebens einfallen musten,hat man weggelassen, um nicht einer wahren Geschichte die Gestalt eines gelehrtenRomans zu geben. Denkende Leser werden Stof genug finden, Betrachtungenüber die Begebenheiten und Schiksale dieses Mannes anzustellen.
Die Ursachen seiner Flucht, die bald nach der Ausgabe seines Ausschreibenserfolgte, sind schwer zu entwikkeln; sichere Nachrichten fehlen; den gleichzeitigenGeschichtschreibern, die seiner gedenken, als Haftizen und Leuthkngern darf mannicht trauen. S- n. 12. iz. Die neuern sind um nichts besser. Herr Paul!wenn er Lippolds harte Strafe wegen angeschuldigter Zauberei und anderer Ver,brechen anführt, sezt hinzu: „So nothwendig die in diesem Fal bewiesene Strenge„ des Churfürsten gewesen, so verdiente ein anderer Betrüger eine fast eben so große„ Strafe, der aber derselben durch seine Flucht entging. Es war solcher Leonhard„Turnhauser, ein Mann, der wirklich viel Geschiklichkeit besaß, und besonders in„der Narurlehre eine tiefe Erkäntnis bekommen. Es fiel derselbe unglüklscher„Weise aufs Goldmachrn, und verleitete unsern Churfürsten, ihn nicht nur mit„großen Geschenken zu begaben, sondern auch mit starken Vorschuß zu unterstützen.„Ehe man sichs aber versähe, entfernte sich Turnhauser, ging nach Italien, und„sicherte sich durch Annehmung der papistischen Religion. Der betrogene Churfürst„sahe nunmehr wohl ein, daß die Goldmacherei der rechte Weg nicht sei, seine Ein,
„fünfte
")C. F.Pauli allgemeine Preußische Staatögeschichte. 1762. 4k». z.B. S.2zr.