Buch 
Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
Entstehung
Seite
210
JPEG-Download
 

2.IO

Fragmente zur Geschichte

sollen. Zu diesen Lehrern verordnete Herr La Peyrom'e noch zwei andere, von deneneiner öffentlich die Hebammenkunst die Wundärzte lehren, und der andere die Heb»ammen selbst unterrichten solte: zu deren Besoldung hatte er jährlich tausend Pfundausgesezt. Er wies auch aus seiner Derlassenfchaft für fünf gelehrte WundärzteBesoldungen an, die den vorgedachten fünf königl. Demonstratoren als Lehreradjungirt wurden, damit der Unterricht der Wundärzte vermehret und ununter»brachen fortgesetzet würde. Er verordnete einen jährlichen Preis, der aus einer gol,denen Schaumünze von fünfhundert Pfund bestand; ferner einen Fond zu einergewissen Anzal Gedächtnksmünzen, welche bei jedweder Sitzung der Akademie,'anvierzig Akadcmisten, welche das sogenanceCcmitat ausmachen, ausgeteilet werdensolten. Ausserdem hat er noch ansehnliche Kapitalien zu vielen andern-Ausgabe»., alsfür den Sekretair, Biblkothekair, und dergleichen ausgesezt. Es wurde alles soprächtig und groß angeleget, daß dieses Institut die Einrichtungen der medizini»scken Fakultät? wo nicht übertreffen, doch wenigstens demselben gleich kommenmöchte: und in der Absicht wurden auch lateinischeDisputazkoues imgroßenHör»saal zu halten angeordnet.

Aller dieser löblichen Anstalten der Regierung oßnerachtet, welche durch dasAnsehen und die Ehrbegkerde einiger Privatpersonen und durch das Vermächtnißdes de laPeyronle unterstüzt worden; ist zwar der Unterricht kn der Chirurgie, aufeine nachahmungsivirdkge Art, sehr verbessert und ein löblicher Wetteifer unter denChirurgis erwekker worden: dennoch aber haben die Beförderer dieses Instituts denvölligen Endzwek nicht erreichet, und die meisten Lehrlinge müssen wieder und nochtiefer in das Handwerksmäßige zurükfallen; aus welcher man dkefeWissenschaft zuerheben gesuclst hatte. Es giebt noch unvermeidliche Schwierigkeiten, denen mandurch die neue Einrichtungen nicht abhelfen können.

Man braucht in einem pokkzkrten mächtigen Reiche, in den Städten, auf demLande, und vorzüglich bei den Armeen, eine große Menge von Wundärzten; esbeläuft sich deren Anzal in Frankreich auf vieleTausende. Die wenigsten von denen,die Lust undFähkgkekt zur Chirurgie haben, sind mit den nötigen Mitteln versehen,

daß