22 Kurze Geſchichte des Finanzweſens
ten errichtet, die auch bereits zu einigen Beſitzungen gelan-
get ſind, davon die daͤniſche**) zu Tranquebar und auf
den Eilanden St. Thomas und Croix, ziemlich anſehn-lich werden: die vorhabende Feſtſetzung derſelben auf dermaroccaniſchen Kuͤſte, ſcheinet nunmehr auch guten Fort-gang zu gewinnen. Europa hat auch in dieſem Jahr-hunderte an Rußland durch die unermuͤdeten Bemuͤhun-gen Kaiſer Peters des großen nicht ohne Verwunderungeine neue Seemacht entſtehen geſehen**n); wie denn dieHandlung dieſes Reichs ohnedem wichtig iſt, mehr aberdurch den chineſiſchen und perſiſchen Landhandel und durchVerkaufung ſeiner innlaͤndiſchen Producte, als daß es
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ſelbſt mit ſeinen Schiffen einen betraͤchtlichen Handel
zur See haͤtte.
*) Schweden, welches die Wunden, ſo ihm Carl der zwoͤlftedurch ſeine unaufhoͤrlichen Kriege, ſo wohl in Verhinde-rung der Commercien, als Erſchoͤpfung der Finanzen undder Unterthanen, geſchlagen hat, noch ziemlich empfin-det, hat noch kein allzuwichtiges Commercium. Mankann aber von dem hentigen Fleiße dieſer Nation, denman in Unterſuchung ihres Landes und deſſen natuͤrlichenDinge, ſo wohl als in der Oeconomie, Mechanik undandern die Commercien befoͤrdernden Wiſſenſchaften zuerkennen giebt, wovon die Schriften der Stockholmi-ſchen gelehrten Geſellſchaft zeugen, mit Grunde einebaldige Aufnahme der Handlung und des Nahrungs-ſtandes uͤberhaupt hoffen; wenn anders die Factionen,welche dieſes Reich zerruͤtten, dieſe gute Hoffnung nicht
wieder einreißen. Wenigſtens iſt der im Jahre 17571 2
von der franzoͤſiſchen Faction angeſponnene Krieg widerPreußen keine Maaßregel, welche der Handlung unddem Staate uͤberhaupt vortheilhaftig iſt. Der Man-gel an Gelde iſt gleichfalls eine Hinderniß in Schweden,welche ſich dem Aufnehmen des Nahrungsſtandes ſehrwiderſetzet. Dieſer Mangel iſt ſo groß, daß man ſichvor einigen Jahren genoͤthiget geſehen, die Einfuhrefaſt aller auslaͤndiſchen Waaren auf einmal zu verbie-then. Wenn man dieſes Verboth nicht ohne zurei-chenden