gegen den Regenten und den Staat. 363
anbefiehlt die Waffen zu ergreifen, und ſich dem Fein⸗ die ungeubten
de zu widerſetzen, ihre Haabſeligkeiten aber nebſtden unwehrhaften Perſonen in die Waͤlder und halt-baren Oerter zu bringen. Meines Ermeſſens ſollteman ſich lieber um Huͤlfsvoͤlker bewerben, ſo hochſie auch zu ſtehen kaͤmen, oder mit dem Feinde einenFrieden ſchließen, ſo ſchlecht auch die Bedingungenausfallen moͤchten, als dieſes Mittel ergreifen. Esiſt gewiß allemal ohne die geringſte Wirkung; dennwas will ein ungeuͤbtes Landvolk gegen unſere heuti-gen Kriegeswiſſenſchaften ausrichten; und die Un-terthanen werden nicht nur vergeblich aufge—opfert; ſondern das Land wird auch deſto mehrin die aͤußerſte Verwuͤſtung geſtuͤrzet. Nur beyſolchen Laͤndern muß man eine Ausnahme ma-chen, die nicht allein durch unerſteigliche Gebir-ge und andere natuͤrliche Vortheile zu leichter Ab-treibung des Feindes geſchickt ſind, ſondern woauch das Landvolk ohnedem bereits in den Waffengeuͤbet iſt. So haben zum Exempel Tyrol undSchweiz einen eindringenden Feind zuweilen uͤbelabgefertiget; und das Landvolk in Sclavonien,Croatien und andern kriegeriſchen Laͤndern, hat zu-weilen wider die eindringenden Tuͤrken nuͤtzlicheDienſte geleiſtet.
§. 348.
Ob nun zwar ſolchemnach die Unterthanen allenBefehlen der oberſten Gewalt, die nicht wider diegoͤttlichen Rechte und die ſittlichen Pflichten der Men-ſchen ſind, oder zum Umſtuͤrze der Republik gerei-chen, einen uneingeſchraͤnkten Gehorſam zu leiſtenſchuldig ſind: ſo muͤſſen jedoch auch die Befehle desRegenten eine ſolche Beſchaffenheit haben, daß dieUnterthanen im Stande ſind, dieſelben zu befolgen.Denn wenn die Befehle ſelbſt unuͤberwindliche
Schwie-
Unterthanendem Feinde ent-gegen zu ſtellen.
Der Regentmuß den Unter-thanen den Ge-horſam erleich-tern.