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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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26
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nen und Gott und MnGnHerren dafür danken, wir hingegen in der Stadt an derMarktgaß die allerschliinmste Straß haben, da Leib- und Lebens-Gefahr vor Men-schen und Vieh, und man diese Gaß wohl eine Fluch -Gaß nennen mochte, und wenneine Nachbarschaft zu einem Fuhrmann sagt, er solle auch vorsichtig fahren, manzur Antwort bekommt mit wüsten Worten: Wenn dein Haus auf dem Land stühn-de so müßte es fort wie meine fruchtbare Bäume, Aecker und Wiesen, und stühndeschon lang nicht mehr, und wäre eine rechte Straß, daß man besser fahren könnte;weilen wir also unser Gewüssen zu entladen nicht ermangeln wollen, Euch, Hoch-und vorenneldte Gn. Herren, die viele Leibes- und Lebens-Gefahr in aller Unterthä-nigkeit vorzustellen, und selbige ersuchen und bitten, daß Sie gnädigest geruhen woll-ten, Rath zu finden, diese gefährliche Gaß weg zu kaufen, um vielen Unglücks ab-zuhelfen und es auch unserer Stadt ein großes Ansehen machen würde, wenn manvon dem Elsaßer das schöne Rathhaus und die Brugg sehen könnte, und weilen jetztein bequemer Anlaß, daß bey vielen Jahren nicht gewesen ist, indem eine löblichEhren-Zunft zur Meisen eine schöne zierliche Zunft bekommt, und dero alte Zunftverkauft wird, so lebet man der Hoffnung, sie werde auch generös dißfalls gegenMn.Gn.Herren seyn, und weilen man nicht zweifelt, eS werde eine lobl. Ehren -Zunft zur Safran auch das ihrige beytragen, damit selbige auch einen rechten Ein-gang bekomme, um ihrer Ehren-Zunft ein mehreres Ansehen zu machen, da manein gleiches erwartet von einem lobl. Direktorium, Hilf und Hand zu bieten, auffreundliches Ansuchen einer ganzen Nachbarschaft, wir werden auch gegen Euch,Mn.Gn.Hrn. Dero hohe und ungezweifelte considerirende Gnad niemalen bey unsvermoderen lassen, sondern in unser allerseits Gemüthe ein immerwährendes Denk-mal gehorsamer Dankbarkeit aufrichten, und in Andacht mit unabläßlichem Seufzenzu Gott im Himmel richten, daß er Euch, En.Hrn. dieser hohen Assistenz undHülfs-Leistung auö der Fülle seiner Gnaden mit stets ob Euch ruhendem Segenreichlich ersetzen, Dero höchst kluge Consilia und gerechte Regierung auf ungezählteTage hin mit fortwährendeur himmlischen Einfluß leiten und sie sämmtlich mit allerselbstauswählenden Glückseligkeit als mit einem Strom begießen »volle.

Euer rc. rc.

Uuterthünigsts Bürger.

Diese Bittschrift war von der damaligen Regierung nicht unbeach-tet geblieben. Die ganze Reihe Häuser gegen die Krebsgasse war zudiesem Endzweck von der Regierung bereits gekauft worden, mit Aus-nahme eines einzigen, dessen Eigenthümer es nicht abtreten wollte, undwodurch das ganze Unternehmen vereitelt ward.