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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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Z. Der Pfäffik ersee, liegt ostwärts von vorigem, etwai \pi Stunde lang und Stunde breit. Er ist sehr tief und fisch-reich. Das FlüßchcnAa verbindet beyde Seen mit einander, so auchmit der Glatt, und durch diese mit dem Rhein .

4. Der Katze nsee, ein kleiner See, dessen einer Theil auchEgelsee heißt, in dem Oberamt Regensperg. Einen fichtbaren Ein-lauf hat er nicht, hingegen den Auölauf in den Seebach. Er hatviel Fische, besonders Karpfen. Der Abt zu Wettingen kaufte denSee von den Edlen von Schönenberg. Das Ufer ist morastig,tragt seltene Wasserkrauler und besteht weithin aus Torferbe. In derNahe liegt das zerfallene Schloß Alt-Regensperg. Noch kleiner sind:der Dürlersee, am südlichen Fuß des Albis, der Bergsee beyHütten, und der Haarsee bey Henggart , in dem Oberamt Attdel-fingen, mitten im Felde, von dem weder der Einfluß noch der Aus-fluß bekannt ist. Wenn er im Frühlinge austrocknet, so halten esdie Landleute für Anzeige künftiger guter Aerndte. Sein Bett wirdsodann mit Hafer besäet. Zuweilen bricht das Wasser plötzlich wiederhervor, und eben so plötzlich versiegt es.

G r e n z b e s e tz u n g.

Als im Jahr iZlZ alle Mächte Europas gegen einander zu Feldestanden, und der fürchterliche Kampf für die Freyheit der Völker be-ginnen sollte, besetzten auch die Schweizer -Cankone die Grenzen desVaterlandes, und zogen von Zürich den 6ten Herbstmonath drey Com-pagnien Infanterie und eine Compagnie Scharfschützen unter HerrnObrist Füßli an die Grenzen von Graubündten. Samstags den 4.wurde im Schützenplatz unter die Fahne geschworen. Die Stellungdes eidsgenössischen Contingents an der Grenze war folgende: DasBataillon Müller lag zu Chur ; im Hochgericht der fünf Dörferund zu Meyenfeld. Das Bataillon Füßli von Zürich besetzte Ber-gell, Puschlaff und Engadin , und daö Bataillon Danielis in denDorfschaften auf der Straße zwischen Tusis und Roveredo . Don-nerstags den rg. Christmonath langte eine Compagnie Glarner in Zürich au, welche einquartiert wurden, und Tags darauf mit dem Züriche-rischen Bataillon Holzhalb, bestehend iu drey Compagnien Infanterie,einer Compagnie Grenadiers und einer Compagnie Jager, an dieGrenzen nach Basel abmarschirten. Mittwochs den 24. langte dasschöne Bataillon Füßli , von den Grenzen des italienischen Tyrolswiederum in Zürich an, und wurde den 25. bis auf weitere Ordre