Kriegsgeschichtenund politische Veränderungen.
Als im Jahr 1792 zwischen Oesterreich und Preußen und derfranzösischen Republik ein weitaussehender Krieg entstand, fanden diezu Frauenfeld versammelten eidgenössischen Stande nöthig ihre Neutrali-tät vermittelst eines bewaffneten Korps zu behaupten. Daher beschlos-sen sie 1465 Mann Infanterie, Artillerie und Jager nach Basel andie Grenzen abzusenden. Wirklich marschirte unser Contingent denzi. May nach geschehener Beeidigung, unter Commando Hrn. Raths-und Bauherr Scheuchzer, von hier ab, und langte den 3. Juny glück-lich in Basel an. So passierten auch die Contingente von Glarus ,Stadt und Abt von St. Gatten, Appenzell außer und inner Rhodenhier durch. Den 17. Septemb. zog das Ablösungs-Contingent vonhier nach Basel ab/ und langte den 20. in Basel an. Von demabgelösten Contingent brachte jeder Gemeine einen schönen Baölertha-ler mit, den er von der Obrigkeit zu Basel verehrt bekommen; dieOffiziers hatten goldne Denkmünzen erhalten. Den 27, ward vonRäth und Bürger erkennt, daß aufBegehren des Magistrats zu Genf 640 Mann zur Hilfe dorthin ziehen sollten; welche auch den 30. und den1. und 2. Oktober in drey Collonen unter Hrn. Oberst Sal. Landolt ab--marschirken. Jngleichem wurden 4000 Mann aufgeboten und allenOffizieren des Piquets angesagt,, 'sich nicht von Hause zu entfernen.Bern zog an seinen Gränzen 12000 Mann zusammen, und beobach-tete die Absichten des Generals Montesquieu . Damals konnte mandie freundschaftlichen Gesinnungen dieses Generals gegen die Schweiz noch nicht kennen; bald nachher aber überzeugte sich unser Vaterlandwie viel es ihm zu verdanken habe. Im December ward ein Ver-trag zwischen diesem General und der Sradt Genf abgeschlossen, lautwelchem die Schweizertruppen Genf räumen, die fränkische Armee abersich bis auf zehn Stunden zurückziehen mußte. Wirklich langten den17. December die daselbst gestandenen Zürchertruppen wieder hier an,und wurden in Bürgeröhausern einquartiert. Den 1.3. wurden sie un-ter Abdankung Hrn. Rathsherr Meyer von Knonau entlassen. Mitt-lerweile waren am 30. September Hr. General v. Steiner und Hr.Zunftmeister Fries nach Basel abgegangen, um allda das aus Frank reich zurückkehrende Standesregiment v. Steiner zu bewillkommen.Dieses rückte auch am 13. Octob. mit fliegender Fahne und klingen-dem Spiel in Zürich ein. Es waren in allem noch circa 460 Mann,