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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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290
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Aufsicht Hrn. Fcldzeugmeister Hs. Georg Werdmüller und Hrn. Inge-nieur Ardüser gebaut. Außenher zieht sich der breite Schanzengrabenherum, in welchen das Wasser aus dem See fließt. Unweit der Sihl -pforte liegt eine Redoute. DerThalacker ist eine breite Straße mitschönen Gebäuden, die beynahe sämmtlich zu Anfange des vorigen Jahr-hunderts erbaut wurden. In dieser Straße liegt die Militär-Caserne,oder das ehemalige Korn - und Salzmagazin. Es ward dieses Gebäudeim I. 1672 aufgeführt, ist 270 Werkschuh lang und 70 breit,man konnte darinne 30,000 Mütt Korn aufschütten. Der Bau kostete18000 Gulden. Im I. 1798 ward es bey dem Aufenthalt der Fran-zosen zu einer Caserne eingerichtet, worinne sich 1000 Mann aufhaltenkönnen. Zunächst dieser liegt an der Fortifikation der sogenannte Mi-litär-Schöps, ein großes hölzernes Gebäude welches der militärischenGesellschaft zum Gebrauch dient. Auch wurden schon öfter Schauspieledarinne ausgeführt.

Die Sihlpforte. Ein großes festes Gebäude, im I. 1661aufgebaut. Außer derselben läuft die Sihl durch einen Canal querüber den Schanzengraben in die Stadt, und wird durch selbigen dasSihlhol; in die Stadt geflößt. Rechts an dem Sihlfluß führt dieStraße nach dem Rennweger-Thor, an dieser liegt das GlockcnhauSoder die schon über 300 Jahre von dein Geschlecht Füßli beworbeneGlockengießerei), und St. Anna, vor Zeiten St. Cyriac oder St. Ste-phans-Kirch genannt mit ihrem Kirchhof. Diese Kirche diente, vorder Erbauung der St. Peterskirche, dieser Gemeinde zum Gottesdienst.Hier wurden auch die in der Tättweiler-Schlacht umgekommenen Bür-ger begraben. Jetzt hat die Gemeinde allda ihren Begrabnißplatz undAbdankhaus. Das Kirchlein selbst dient seit 1307 zum katholischenGottesdienst, der von einem unter dem Bischof von Constanz stehen-den Pfarrer versehen wird. Weiter unten an der Sihl hinter der altenStadtmauer am Oetenbach liegt die Werd mühte, deren Bewohner,Otto genannt Werdmüller, sich in dem alten Züricherkrieg Ao. 1444bey dem hier stattgehabten Angriff der Eidgenossen so tapfer er-zeigt und selbigen abgehalten hatte. Nicht weit davon liegt das imI. 1571 erbaute und 1786 gänzlich renovirte SchützenhauS, ein schö-nes geräumiges Gebäude, der Schützengesellschaft zuständig, welche ih-ren eigenen Obmann und Schützenmeister hat. Von da führt übereine Fallbrücke der Weg auf die weitläufige Promenade des Schützen-platzes, ein von alten Zeiten her der Stadtgemeinde zuständiges Grund-stück außer den Fortifikationen gelegen, und beynahe von drey Seitenmit Wasser umflossen. Der obere Theil davon dient zum Exerzier - und