Buch 
Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
Entstehung
Seite
301
JPEG-Download
 

Aor=

Christum unterstehen , sind sie taub, schlagen uird beschweren sich selbstmit unweisen Gesetzen.

11. Dannenher wir sehen, daß die geistlichen Satzungen vonihrem Pracht, Reichthümern, Ständen, Titeln ein Ursach aller Unsinnigkeit seyn, denn sie dem Haupte nicht mithellen.

12. Also toben sie noch, nicht von de6 Haupts wegen; denndas fleißt man sich aus Gottes Gnaden zu diesen Zeiten herfür zu brin-gen, sondern daß man sie nicht mehr will toben lassen, aber demHaupte einig anhangen.

iZ. Wo dem man anhanget, erlernet man lauter und klarlichden Willen Gottes, und wird der Mensch durch seinen Geist zu ihmgezogen, und in ihn verwandelt.

14. Darum alle Christenmenschen ihren höchsten Fleiß ankehrensollten, daß das Evangelium Christi einig gepredigt werde allenthalben.

i§. Denn in dessen Glauben steht unser Heil, und Unglaubenunser Verdammniß, denn alle Wahrheit ist klar in ihm.

16. Im Evangelio lernet man, daß Menschenlehre und Satzun-gen zur Seligkeit nichts nützen;

17. Daß Christus ein einiger, ewiger, oberster Priester istdaraus ermessen wird , daß, die sich öberist Priester ausgeben haben,der Ehre und Gewalt Christi widerstreben, ja verschimpfen;

ig. Daß sich Christus selbst einmal aufgeopfert in die Ewigkeit,und ein während und bezahlend Opfer ist, für aller Gläubigen Sünde daraus ermessen wird, die Meß nicht ein Opfer, sondern desOpfers ein Wiedergedächtniß seyn, und Sicherung der Erlösung, dieChristus uns bewiesen hat.

ig. Daß Christus ein einziger Mittler ist zwischen Gott und uns.

20. Daß un§ Gott alle Dinge will in seinem (Jesu) Namengeben, daraus entspringt, daß wir außerhalb dieser Zeit keines andernMittlers bedürfen, dann sein;

21. Daß, so wir für einander auf Erden bitten, das in der Ge-stalt thun, daß, wie allein durch Christum uns alle Dinge gegebenwerden, vertrauen.

22. Daß Christus unsre Gerechtigkeit ist, daraus wir ermes-sen, daß unsre Werke so viel gut, so viel sie Christi , so viel sie aberunser, nicht recht, nicht gut sind.

2z. Daß Christus die Hab und Pracht dieser Welt verwirft,daraus wir ermessen, daß, die Reichthümer zu ihnen ziehen in seinemNamen, ihn gräßlich schmähten, so sie ihn einen Deckmantel ihresGeizes und Muthwillens machen.