Band 
Zweiter Band.
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befand. Nehmen wir hingegen an,welches in derThatder Natur der Dinge auch mehr gemäls ist, dafs einTheil eines kultivirten Volks, bej dem schon Künsteund Gewerbe blühen, nach einem unbewohnten, aberfruchtbaren, Lande hinzieht und sich dort anbaut; sowird solcher von allen Vortheilen Nutzen ziehen,welche derReichthum derNatur ihm darbietet. We-nige Jahrzehende werden für die neue Kolonie hinrei-chend seyn, um dem Mutterlande nicht blofs gleich,zu kommen, sondern dasselbe an Reichthum vielleichtnoch zu übertreiTen. Dieses ist durch die Erfahrunghinlänglich bestätigt. Wir sehen, dafs die Einwoh-ner von Kingstown wohlhabender sind, als die vonLondon , und im nordamerikanischen Freistaat findetsieb ein gröfserer Ueberflufs, als in den kuitivirtestenLändern von Europa . Noch zu unsern Zeiten sindin den liv- und kurländischen Städten die Erwerb-mittel viel leichter, als in den Städten des nördlichenDeutschlands , von welchen jene herstammen. Dochist übrigens keinem Zweifel unterworfen, dafs einsolcher Zustand der Dinge gleichfalls seine Gränzenhabe. In dem Maafse, wie die Bevölkerung der Ko-lonie steigt, wird ihr relativer Reichihum vermindert,und so endigt sie damit, dafs sich bey ihr alle dieSymptome zeigen, die man in stiilstehenden Gesell-schaften wahrzunehmen pflegt.

Irre ich nicht, so giebt es noch eine andere Ursa-che, welche die Politiker bestimmte, eine, starkeBevölkerung für das sicherste Zeichen von Nationabwohlstand zu halten. Ich glaube solche in derSelbst-liebe der Menschen zu linden. Gewöhnlich gehörendiejenigen Personen, welche das Wold der Staatenabzubandeln pflegen, zu der höheren Voiksklasse.Aus dieser Ursache fühlen sie die Dürftigkeit des nie-deren Volks, welche aus einer zu starken Bevölke-rung hervorgeht, nicht so lebhaft als jene. Dazuhaben sie noch ihre besondern Gründe, welche siebestimmen, 6tillstehemien Gesellschaften vor denfortschreitenden den Vorzug zu geben. Dort wirdes ihnen viel leichter, sich manclierley feinere Lebens-genüsse zu verschaffen, als hier. Was hingegen dieBedürfnisse erster Notliwendigkeit betrifft, wie a. B.Lebensmittel u. s. w., so machen solche nur einengeringen Theil der Verzehrung des Reichen aut.