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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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59
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halten können, was wir versprechen werden."Der Herr-gott hilft schon," sagte Salomeli in kindlichem Vertrauen,und stärkt uns, wenn wir ihn nur ernstlich anrufen."Wills Gott," erwiderte Anneli,des bin ich getröstet."

Aber es ist doch sonderbar," hub Salomeli wieder an,ich möchte so gerne das Alles befolgen und üben, was unsder Pfarrer lehrt, denn ich fühle, wie überaus glücklich ichdabei sein müßte. Zch möchte mich immer so betragen, daßsich Niemand über mich zu beklagen hätte und ich es rechtfühlte, daß Gott mit mir zufrieden wäre. Und doch vergehtkein Tag, daß ich mich nicht über mich selbst ärgern muß,wie ich da und dort meine Pflicht verletzt habe. Das glaubeich aber bestimmt, was der Herr Pfarrer in der letztenUnterweisung gesagt hat:Wer sich täglich im Guten übe,werde darin immer weiter kommen und fester werden, gleichwie derjenige, welcher täglich Böses thue. Gutes thun könneuns eben so lieb und zur Freude werden wie Böses thun.Und welches uns dann glücklicher mache?" Und was erweiter sagte:Wir können ein frommes Leben führen, ohneso trübselige Kopfhänger zu sein. Es gebe ja so viele ehr-bare und unschuldige Freuden in der Welt, die wir genießendürfen. Nur sollen wir uns bei alldem ernstlich prüfen,immer auf uns selbst Acht haben und Christi Vorbild nie ausdem Auge verlieren, dann werden wir in der Freude nieübermüthig und im Leiden nicht kleinmüthig sein."

3a, das hat der Pfarrer gesagt," entgegnete Anneli,welche Salomeli's Worten aufmerksam zugehört hatte,unddoch sagen viele von den Konfirmanden, sie verstehen denPfarrer nicht, was er sage. Und ist ja Alles so gut zu be-greifen, es könnte nicht leichter sein."Ach, du weißt," er-wiederte Salomeli und schaute behutsam um sich,jene habenja nicht einmal den Schulmeister verstanden, wenn er etwasvon Gehorsam und Pflicht sagte; Anderes würden siewohl schon verstehen. Doch genug."

Hierauf kamen noch mehrere Knaben und Mädchen,