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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
Entstehung
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68
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Auch sah sie sich als Gölte beim Taufstein und endlich alsBraut zwei- oder dreispännig zur Trauung sahren.

Za, so zu denken, war für Life göttlicher Genuß. DerVater ordnete die Sachen wieder in den Koffer und dieMutter und die Buben faßen da, als ob sie dies Alles nichtsanginge.

Siebenzehntes Kapitel.

Wie ein blindliebender Vater that, wenn er übersein Kind klagen hört.

Nun kommt der Vetter von Höhstock. Life erschrickt einwenig. Alle bewillkommen ihn bei der Hand; er muß sichzu Tische setzen; der Vater stellt ihm Brod und gutes Kir-schenwafftr auf und heißt ihn zugreifen. Life riecht denBraten, thut, als ob es ihr einers Mals nicht wohl würde,will zu Bette und fängt an, Schuhe und Strümpfe auszu-ziehen. Der Vetter weiß, warum er da ist, man hat's ihmaber an seinem ernsten Gesicht angesehen, und will das-gelein nicht unterrichteter Sache entwischen lassen. Daherfängt er sogleich zu erzählen an, wo und wie er Life gesternAbends angetroffen habe und macht eine ebenso ernste Schil-derung hierüber, wie er in jenem Augenblicke zu Life selbstgeredet hatte.

Die Mutter sank fast in Ohnmacht und der Vater sahLife erstaunt und erschrocken an. Sie weinte.

Und was ich so eben da in Buchegg droben erfahrenhabe," setzte der Vetter noch hinzu, ist sie heute nach derUnterweisug den ganzen Nachmittag bei dem Schlingel von !Schneidergesell, der Lueder-Chleffe, ihrer gottlosen Mutterund dem lumpigen Zaindlimächerli da in der Waid drobenim Hüttli gesessen, haben gefressen, gesoffen und weiß Gott !was noch gethan. Ein solches Kind ist euere Lift."