bösen Gespanen, die dich mit sich selbst ins Verderben stür-zen und bewerbe dich um des guten Salomelis Freundschaft.Versprich es mir, mein Kind, und rufe unsern Herrgott umKraft und Stärkung an. O,- wie leicht und ruhig würdeich dann sterben!"
Life weinte und schluchzte, die Mutter hielt sie noch immerfest bei der Hand, als ob es ihr dadurch möglich wäre, sieauf den rechten Weg herüber zu ziehen und blickte sieschmerzvoll und mit unendlicher Liebe an. Und in schwerem,hartem Kampfe drückte Life die Worte heraus: „Ja, Mut-ter, ich will dir folgen." „Dazu verhelfe dir Gott !" sagtedie Mutter, ihr Auge zum Himmel gewendet. „Nun. werdeich mit leichterm Herzen von hinnen gehen."
Life stand noch weinend an dem Krankenbette der Mutterund schien den liebreichen Zuspruch beherzigen zu wollen.Nach tausend Seufzern und Thränen sagte sie endlich mitviel bewegter Seele: „Aber, Mutter, du mußt denn auchnicht Alles glauben, was die Leute Schlimmes über michsagen, es gibt ja gar so gottlose Lügenmäuler. Zch bin ge-wiß nicht so bös wie du meinst." „Dann gut, mein Kind,"erwiderte sanft die Mutter, „je weniger weit du dich vomWege der Frömmigkeit verirrt hast, je bälder wirst du wiederzurück sein."
Die Mutter vermochte nicht weiter zu reden, es überfielsie ein leiser Schlummer und Life schlich sich in die Stubehinunter, nahm das Habermännli vom Gestell herunter, setztesich hinter den Ofen und las laut und andächtig: „Gebet !eines Kranken", „Gebet, wenn man zur heiligen Kommu- znion gehen will", „ Gebet eines Soldaten ", „ Gebet einer !Wittwe" rc. rc. Las fast den ganzen Vormittag, las fast dasganze Büchlein zu Ende und las bis sie heiser ward.
Und als Lift zu Mittag gegessen hatte, legte sie hastigden Löffel weg, lief zu Salomeli hinauf und wollte auf derStelle Freundschaft mit ihm machen; meinte, Salomeli sollteaugenblicklich mit ihr nach Hause zur Stubete kommen, sie