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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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merkte nur bloß: das sei ihr ja gerade nicht nöthig zu wissen,wenn sie nur gut nach Hause komme; er meine, es sei ihrgar nicht wohl. Und als der Jüngling so redete, erkannteihn Life und stürzte mit einem lauten Schrei:O Konrad,mein lieber Konrad!" an seine BrüsteUm Gottes Barm-herzigkeit, um des jüngsten Gerichts willen, verlaß mich nicht!du weißt ja, am Skapulirsonntagnachts hast du mich da imThal unten angetroffen, bist mit mir nach Hause gekommenund seither ein Mal du weift Alles wohl ich muß dichals Vater und Bräutigam ansprechen."

Konrad stand da wie vom Donner gerührt, zitterte anHänden und Füßen; ein kalter Schauer durchlief ihn unddie Haare standen ihm gen Berg. Er war auch einer der-jenigen, welcher erst kürzlich noch gesagt hatte:Life sei eineGurre und kein ehrlicher Mensch werde ihr was anbaben/'und nun sollte er eine solche zur Frau nehmen. Ein furcht-barer Kampf wühlte in diesem Augenblick in seiner Brust;er bereute es fast, sie gerettet zu haben. Nun kam ihmAlles zu Sinn, was ihm das gute Salomeli an jenem Abendim Hüttchen gesagt hatte und er sah jenes Sprüchwort voll-kommen an sich erfüllt:Wer sich in Gefahr begibt, kannin Gefahr umkommen." Life hielt ihn immer noch fest am,Arme und flehte:Verlast' mich nicht!" Konrad wardurchaus kein böser Mensch, nur hatte er, wie jeder Andere/neben seinen Tugenden auch seine Schwachheiten. Auch warseine Erziehung nicht wie die des Salomeli, daß er so genau'und gerne darüber gewacht hätte, und darum wurde er un-versehens von böser Versuchung überfallen und besiegt.'So sehr er seine Unbesonnenheit wegen Salomeli bereute/hielt er sich von jener Zeit an nicht mehr werth, um ihre!Hand zu werben und vermied es auch so viel möglich, nachder Matt hinauf zu gehen.

Noch steht er wie versteinert da das Gewissen schlägtihn auf allen Seiten und der Vorsatz zum Läugnen oderzum Gestehen macht ihm fterbensbang. Endlich bringt er die'