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Achtundzwailzigstes Kapitel.
Kurze Freud, langes Leid.
Lifts Baker hatte viel und schwer zu leiden, aber derarme Konrad litt tausend Mal mehr an seiner Seele. Erhatte eine qualvolle Nacht durchwacht; Reue und Schmerzverscheuchten ihm auch den leisesten Schlummer. Er befandsich eben in jenem Gemüthszustand, von welchem die Bibelsagt, daß die Gedanken sich unter einander verklagen.
Hatte er seine Unglücksgeschichte bis in die allerkleinftenPunkte durchgedacht, so mußte er tausend und tausend Malwieder vön vorne anfangen. Bald fühlte er sich unschuldigund warf — in einer gewissen Beziehung — die Schuld aufSalomeli und in der andern auf Lift, endlich sogar auf un-sern Herrgott selbst. Er habe sich ja nicht selbst geschaffen,er müsse sein wie er sei und haben was er habe, er würdeVieles anders wollen, wenn er's nur vollbringen könnte. —— Auch hätte der Herrgott wohl machen können, daß er anjenem Abend Lift nicht hätte antreffen müssen, er sei jaj allmächtig. — Oder besser wäre es gewesen, er hätte amSkapulirmorgen schon regnen lassen, statt wie am Abend,dann wäre er gewiß nicht nach Fischingen gegangen. Sodachte der aufgeregte Konrad, in einem Gemisch von kind-lichem Glauben und eitler Vernunft. Aber dann wurde esihm wieder seelenangft ; er mußte und konnte sich mit Wahr-heit gestehen, daß Niemand Schuld sei als er selbst. „Habeich nicht lange vorher einen bösen Gedanken in mir ge-nährt?" seufzte er. „Suchte ich nicht schon längst zu des-sen Ausführung mit Salomeli allein zu sein? — Habe ichmir nicht alle Mühe gegeben, sie in Fischingen aufzuhalten,ibetrunken zu machen, Umwege einzuschlagen und mich in die^Nacht hinein zu verspäten? — Wer macht mir wahr, daßlieh hätte gehen müssen? — Wer überzeugt mich, daß ich^Lift nicht hätte ausweichen können? — Hat mich nicht vonAnfang an mein eigenes Gewissen laut gewarnt? — Warum
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