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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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131
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bittern Thränen, sich einst nicht geschämt zu haben, im Ver-borgenen bei ihr zu sein.

Aber ein anderer Kummer belastete wieder Konrads tiefgedrücktes Herz; er mußte seine Geschichte den Eltern offen-baren, was ihm deßwegen besonders schwer fiel, weil sie ihmoft selbst das gute Salomeli angerathen hatten. Sein blasses,kummervolles Angesicht und die roth gemeinten Augen mach-ten sie aber bald auf ihn aufmerksam. Konrad war ein ge-schickter Korbflechter in feiner Waare. Die Mutter hatteihn am folgenden Morgen heimlich beobachtet, wie er beiseiner Arbeit öfters schwere, stille Seufzer ausstieß, stierteund staunte. Es wurde ihr angst; sie fragte ihn öfters, wasihm fehle und erhielt jedes Mal zur Antwort: es sei ihmnicht wohl. Als er aber am Abend eine Parthie Körbe zumBrunnen hinaus trug, sie zu netzen, ging sie ihm nach*undfragte ihn da, was ihm denn eigentlich fehle. Konrad schössenThränen in die Augen, er sagte ängstlich und leise, er dürfees nicht sagen. Die Mutter wurde ängstlicher und drangnoch mehr in ihn, es ihr dock treu zu offenbaren und sie ausihrer verzweifelten Ungewißheit zu erlösen. Der Vater seija fort.

Hierauf erzählte ihr Konrad den ganzen Verlauf derDinge. Je mehr er erzählte, je mehr die Mutter zitterte,bis sie sich endlich auf das Bänklein unter dem Weidenbaumsetzen mußte. Und als Konrad mit seiner Erzählung zu Endewar, schlug die Mutter mit jammerndem Blick die Händezusammen und sprach:Konrad, da hat dich unser Herrgottwegen Salomeli gestraft." Mehr vermochte sie für diesmalnicht zu sagen, und beide gingen stillschweigend in die Stubehinein.Das ist eine Schande für uns Alle," seufzte dieMutter mehrmals zu sich selbst. >, Wenn Sie nur weit herwäre und Sie Niemand kennte;^ aber das Mensch ist hierl überall verschrieen, der arme Schlüsselibueb würde sie kaumzur Frau genommen haben." Zorn und Aerger wollten sieübermannen, Konrad vor allen Hausgenossen recht tüchtig