Band 
[Band 1.]
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12 Geſchichte der Schweitzer.

und verfaͤllt ſelten einer ſo tieff in die Laſter,daß er dabey alle Schamhafftigkeit hindan ſetze,und keine Sorge mehr fuͤr ſeinen Nahmen tra-ge; daher auch die Laſterhaffteſten ſich unter dieTugend-Larve zu verſtecken trachten. Wannnun die Menſchen ſehen, daß die Geſchicht⸗Be-ſchreibung ihre Thaten ſolchergeſtalt beleuch-tet/ und unpartheyiſch an das Licht hervor brin-get, daß nach Beſchaffenheit derſelben, ihnennicht nur ein gebuͤhrendes Lob oder Schande/ſondern auch bey den Nachkoͤmmlingen ein un-verwelcklicher Ruhm oder unausloͤſchlichesBrand⸗Mahl zuwaͤchßt, ſo kan die Begierdeeines guten Nahmens, und die Forcht derSchand und Verachtung viele Menſchen vondem Laſter⸗Weg ab⸗ und auf die Tugend⸗Bahnfuͤhren. Dieſes hat der Staats ⸗kluge Tacitusauch beobachtet, wann er in dem dritten Buchſeiner Annales ſchreibet: Exequi ſententias haudinſtitui niſi inſignes per honeſtum aut notabilidedecore, quod præcipuum munus Annaliumreor, ne virtutes ſileantut, uti pravis dictis fac-tisque ex poſteritate& in famia metus ſit. KeineSachen habe ich zu beſchreiben unternommen,als ſolche die wegen Redlichkeit oder ſonder-licher Schaͤndlichkeit merckwuͤrdig ſeynd: wel-ches ſonderlich die Pflicht der Zeit⸗ Bucherzu ſeyn erachte, damit die Tugend nicht mitſilſchweigen uͤbergangen werde, und man ſichhingegen aus Forcht der Nachwelt und derSchande vor boͤſen Reden und Thaten 125 5

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