288 Geſchichte der Schweitzer.
Fuͤrſten das gemeine Weſen nicht etwannSchaden leiden moͤchte, entſchloſſen, gleichandern Voͤlckern einen Koͤnig uͤber ſich zu er-wehlen, worauf die Wahl auf ihren Heer—fuͤhrer Gaudiſclss Athanarichs Sohn gefallen,um das Jahr Chriſti 414. welcher derhalbenvon 9 Geſchichr⸗ Schreibern der erſte vonden Burgundiſchen Koͤnigen gerechnet wird.
Dieſer Koͤnig wird wegen ſeiner Tugend undGottesforcht ſehr geruͤhmt, und der BurgunderKraͤffte ſollen unter ſeiner Regierung ſehr zuge-nommen haben. Seine Gemahlin ſolle gewe-ſen ſeyn, Theudelinda, welche den Leib des H.
Victors von So lothurn auf Genff bringen laſ-ſen, und demſelben alldorten einen herrlichenTempel aufgerichtet. Sonſten ſoll dieſer Koͤ-nig in allen Sa. ſich des Raths Domitianides Genfferiſchen, id Ruſtici des WallisſchenBiſchoffs bedient haben. Und nachdem er einegeraume Zeit in gutem Frieden regiert, hat erendlich Anno Chriſti 431. dieſes zeitliche Lebenabgeleget, und zwey Soͤhne Gundicar, welchenetliche auch Gundiochus nennen, und ihn zumerſten Konig der Burgunder machen, und Sig-mund hinterlaſſen. Hier koͤnnen wir aber nichtverhelen, daß Oroſius ſchreibet, die Burgun-der ſeyen ſchon Anno 377. über den Rhein inGallien, gezogen; Proſper Aquitanicus aberdieſen Zug in das Jahr 408. ſetzet: vielleichtkan es ſeyn, daß ſie das erſte mahl wohl*Ver-