Vierdten Theils erſtes Buch. 25
te ſich damit in die Glut. In dieſer aͤuſſerſtenNoth ſuchten etliche Juden bey Hertzogen Al—brecht, dem Weiſen aus Oeſterreich, ihre Zu—flucht, fanden auch an der Zahl drey hundertund dreyſig in ſeinem Schloß Kyburg Unter-ſchleiff: Allein die Staͤdte lieſſen ihm ſagen, wanner dieſe gottloſen Leuthe nicht zum Feuer befoͤrdernwolle, ſo wollen ſie es ſelbſt thun. Alſo mußtendieſe arme Leute, wie die uͤbrigen den Flammenzur Speiſe dienen. Zu Straßburg wurden vondenſelben 1800. und zu Zuͤrich auch eine groſſeAnzahl auf den Kirchhoͤfen verbrennet. ZuMayntz wurden ſie an einem ſo groſſen Feuergebraten, daß an St. Quintius Kirch⸗Thuͤreeine ſchöͤne Glocke und das Bley an den Fen-ſtern geſchmolzen. Zu Genf, Vivis und da-herum wurden ſie als Gifftmiſcher mit demRad gerichtet. Aller Orte mußten die un-ſchuldigen mit den ſchuldigen leiden, und war dieVerbitterung des gemeinen Volcks, welchesſich eingebildet, daß Gott der Herr ſie mit die-ſer harten Straff darum heimgeſucht, daß ſiedie Juden unſers Heilands Feinde, ſo lang un-ter ihnen geduldet, und leben laſſen, und daßder Juden Brand⸗Opfer den Goͤttlichen Zornſtillen werde, ſo groß, daß an den Orten wodie Obrigkeit den Juden Schutz bieten wollen,es ſich wieder dieſelbe aufgelehnet, und dieſe ar-men Leute mit Gewalt zum Feuer hingeriſſen
hat.B 5 Unter-