Siebenden Theils zehendes Buch. 319
Als aber auf der andern Seiten derKoͤnig in Franckreich vernommen, daß esſeinem Herzogthum Mayland gelten ſollte;berieth er ſich mit ſeinem Statthalter Lau—trec, der damahls wegen ſeinen ſonderbarenGeſchaͤfften ſich bey Hofe befand, und kammit ihm uͤberein, daß neben der Franzoͤſi-ſchen Macht, die ſich damahls in dem Her-zogthum Mayland befande, und neben denſechstauſend Venetianern, welche die Re—publick zu Beſchuͤtzung des Herzogthums zu—geben verbunden, noch ſollten ſechshundertLantzen, wie auch ſechstauſend Soͤldner inItalien ziehen; darzu ſollte man noch zehen-tauſend Eidsgenoſſen anwerben; mit wel—cher Macht Lautrec ſich getraute den Feindim Feld zu beſtehen; oder aber die Voͤlckerin die feſten Plaͤtze ſolchergeſtalt zu verlegen,und den Krieg in die Laͤnge aufzuziehen, daßdie Feinde ermuͤdet werden, und nicht imStand ſeyn ſollen, die Kriegs-Koſten aus-zuharren. Inſonderheit weilen er verhoffte,daß der Herzog von Ferrara ſich unfehlbarauf ſeine Seite ſchlagen werde. Doch wei-len er wußte, wie ſchlecht es um die Ver-waltung der Koͤniglichen Einkuͤnffte beſtellet,wollte er nicht von Hofe weichen, der Koͤnighaͤtte ihm dann 300000. Ducaten zu Beſtrei-tung der Kriegs-Nothdurfft darzehlen laſſen.Man hat ihm zwar die gewiſſe Verſicherung
gethan,