Band 
[Band 4.]
Seite
279
JPEG-Download
 

1933) Achten Th. eilfftes B. 279

wiedrig-geſinnte Buͤrger auf dem Molard zuGenf, zu einem Wort- und hernach gar zumHand-Gefecht, vertrugen ſich aber alſobaldmit einander; Allein weil gleich zu Anfang dieſes Streits Maria Verſonner hinauf zu St.Peter geeilet, und der Prieſterſchafft angezeiget, daß ihre Glaubens⸗Genoſſen angegriffenwaͤren, lieſſen ſie alſobald die Sturm-Glockenanziehen, und eileten gantz bewaffnet herunterauf den Marckt⸗Platz. Nachdem nun auf dasStuͤrmen hin eine groſſe Menge Volcks vonbeyden Partheyen ſich auf dem Platz verſammelt, ward obgedachter Domherr Werli, derſich fuͤr die Roͤmiſche Parthey der allereiferig-ſte erzeigte, mitten in dem Getuͤmmel entleibet,der Sindie Coquet aber, der den Auflauff ſtillen wolte, am Kopff verwundet. Weil nun nichtnur des ermordeten Verwandte, ſondern auchdie Obrigkeit von Freyburg harte Draͤuungenausgeſtoſſen wider die von Genf, wann ſie die-ſen Mord nicht mit aller Schaͤrffe ſtraffen wuͤr-den; als ſendeten die ron Bern zwey Raths-Geſandte auf Genf, welche den ſieben und zwane-zigſten May vor Rath erſchienen, und theilsihre Vermittelung in dieſer Sache anerbothen,theils aber die Raͤthe vermahnet, bey ſo bewand-ten Sachen einem jeden ſeine Gewiſſens. Frey-heit zu laſſen, und daß keiner den andern ſeinesGlaubens wegen anfeinden ſolle; und wie manauf der einen Seiten fuͤr die, die dem alten