42 Geſch. der Schweitzer(1602
Bund folgenden verkuͤrtzten Inhalts: Erſt-
lich, ſollen und wollen beyde Theile in allen
ihren Sachen, Anligen und Geſchafften
mit einander gute alte Freundſchafft hals
ten, und inſonderheit neben getreuem Auf-
ſehen, je ein Theil des andern Staͤdte
Lande und Leute/ ſo derſelbige jetziger Ze
innhat und beſitzet, in ſeinen Schutz und
Schirm empfangen, und dem unbillich an
gegriffenen, mit Leib, Gut und Blut,
ſten Vermoͤgens, in eigenem Koſten helfen
und beyſpringen. Zweytens, ſolle kein Theil
den andern beleidigen noch angreiffen/ ſon-
dern ſich rechtlichen Austrags begnuͤgen;
alſo daß man in Zweytracht und Streit 5
ſich erheben moͤchten, innerhalb Monaths-
Friſt, nachdem der Klaͤger ſolches erfordert
auf Baden ſolle zu Tagen kommen vor vier
gleiche Satze; und im Fall ſolche zerfielen/
ſolle der Klaͤger aus den Raͤthen des be-
klagten Theils einen gemeinen Obmann erwehlen; der ſolle in einem Monath hernaeſeine Meinung von ſich geben. Drittenskein Theil ſolle den andern hefften nos
pfaͤnden, als den wahren Schuldner un
Buͤrgen/ ſondern ein jeglicher ſolle ſein Recht
ſuchen an den Gerichten, wo die Sache
hingehoͤret. Vierdtens, beyde Theile ſolleneinander freye, offene Straſſe halten, unfeilen Kauf geſtatten, doch nicht weiter zufuhren