342 Geſch. der Schweitzer(1622
richt anzuhoͤren, was beyderſeitige Geſandte an den Ertz-Herzog Leopold, und an den Gubernator von Maylandausgerichtet, und ſich hernach was weiters zu thun ſeymit einander zu berathen. Als aber unterdeſſen derGraf von Mansfeld im herben Winter in das Elſaßund die Oeſterreichiſchen Erb- Lande eingefallen, mitRaub und Brand ſo jaͤmmerlich gehauſet, daß viel Ein—wohner vor Hunger und Kaͤlte zu Grund gegangen,auch auf einer andern Seiten in ſeinem Namen derOberſte Obentraut gleichfalls einen Einfall in das Briß—gaͤu gethan, biß auf Enſißheim geſtreiffet, nnd allesverwuͤſtet, man alſo auf den Grenzen nichts als vonKrieg und Kriegs-Geſchrey hoͤrete, erklaͤreten ſich erſt—lich, bey ſo annahender Gefahr, alle Orte gantz Eids-genoͤſſiſch, ſie wollten in Aufrichtigkeit alles Mißtrauen,ſo die einen gegen die andern moͤchten gefaſſet haben,fallen laſſen, und einander im Fall der Noth mit er-forderlicher und unverweilter Huͤlffe beyſpringen. Hier-auf ward ein Schreiben abgeleſen, welches die dreyFranzoͤſiſchen Geſandten von Montholon, Miron undGueffier geſamter Hand an die Eidsgenoſſen abgehen,und durch Heinrich Valier denſelbigen uͤberbringen laſ—ſen, die Buͤndneriſche Handlungen mit Mayland be-treffend, in welchem ſie die Eidsgenoͤſſiſchen Geſandtebezuͤchtigen, daß ſie den Handlungen des Herzogs vonFeria mit den Buͤndnern nicht nur muͤſſig zugeſehen,ſondern, an ſtatt dieſelbe mit aller Macht zu hintertrei-ben, darein bewilliget, und ſelbſt darzu verholffen ha-hen. Die Evangeliſchen Geſandte achteten dieſes Ver—wieſes nicht viel, die Catholiſche aber, die die Chartendurch die viele Handlungen, ſo zu Lucern vorgegangen,beſſer gekennet, wurden uͤber alle maſſen entruͤſtet, undbeantworteten den Brieff mit ſcharffen Worten. Daßſie nicht muͤſſig geſeſſen, und den Buͤndnern zu Gutemalles angewendet, koͤnne aus ihrem Abſchied, den ſiemit