Band 
Erster Theil. Von Insecten, Thieren und Pflanzen.
Seite
139
JPEG-Download
 

Fuͤnftes Geſpraͤch. 139

hen, folglich unterhalb derſelden weglauffen, Dieund ihnen nicht ſchaden möͤge. Wenn ſie Weſpen.den Ort einmahl ausgeſuchet, ſo greifen ſie

das Werk mit wunderbahrem Eyfer an:

Sie graben, ſie ſtechen die Erde ſtuͤckwei-

ſe aus und tragen ſie gar biß eine zimlicheStrecke hinweg. In der That muß ihrFleiß ſehr groß ſeyn, weil ſie in wenig Ta-

gen unter der Erde eine Hoͤhle ansgraben,

die einen Schuh, und druͤber, hoch, aucheben ſo breit iſt. Unterdeſſen da ſie zum

Theil mit graben beſchafftiget, ſuchen dieubrigen auf dem Felde die noͤthigen Bau-Materialien zuſammen, und nach demMaas, als man Erde auswirft, wird auchdas Gewoͤlbe nach und nach aufgefuͤhret,und zu Verhatung des Einfalls, mit Leimoder Kleiſter verkuͤttet. An das Gewoͤlbewerden die Wohnungen angehaͤnget, unddamit immer gegen die Tiefe herunter ge-fahren, als ob ſie eine Glocke verfertigenwollten, die aber unten keine Oeffnung hat.

Der Chevalier. Wie koͤnnen ſie die Er-de loßmachen und wegfuͤhren? Ich kankaum begreifen, daß dergleichen ſchwacheThiergen ſich einen ſo geraumlichen Wohn-plaz aushoͤhlen koͤnnen?

Der Prior. Sie haben ſehr gute Werk⸗ Diezeuge hierzu. Am Munde ſizt ihnen ein Nuͤſ⸗Werk-ſel, und neben dieſem zwey Schneide⸗Zaͤh⸗ gebenne, die von der Rechten zur Linken ſich ge 1

N gen-

—

8