Iwoͤlftes Geſpraͤch. 371
Menſchen auf ihre Ausrottung anwenden: Die
denn dem allen ohngeachtet, ſind ſie dennoch Erd-
wit aller Nothdurft beſſer verſehen, ge⸗ Thiere.
ſchwinder im Lauffen, ſtaͤrker, fetter, hur-
tiger, glatter von Haaren, und ſchoͤner vom
Leib, als die meiſten Thiere, ſo unter menſch-
licher Aufſicht leben.Aa 2 Die
was mit den Wildfaͤngen, Elephanten, Fal-ken, Sperbern ꝛc. vorgenommen wird, jawas mit allen Thier⸗Arten kan vorgenommenwerden, wenn man ſich die Muͤhe geben will.Es iſt auch eine ganze andere Frage, ob manein in der Wildheit aufgewachſenes Thiervollkommen zum Gehorſam bringen koͤnne?und, ob man ſeine Zucht biß auf die zwey-te, dritte, vierte Generation nicht immer beſ-ſer abrichten, und zulezt voͤllig zaͤhmen koͤn-ne? Kan man doch einen wilden Menſchen,ja ich will nur ſagen, einen uͤbelerzogenenMenſchen unter uns ſchwehrlich recht aͤh-men und zu einem tuͤchtigen Mitglied der Ge-ſellſchafft machen! Sind etwa dieſe auch nurerſchaffen den leeren Raum aus ufüllen,weil man ſie nicht nutzen kan? Übrigensdaß GOtt die wilden Thiere dem Menſchenzur Strafe ſolle erſchaffen haben, iſt kaumglaublich, weil er ſie alle zuſammen ſeinerHerrſchafft untergeben. Man lieſet auch inkeinen Hiſtorien, daß GOtt ein Heer vonLoͤwen, Tiegern oder Baͤren ausgeſchickthaͤtte, die Gottloſigkeit eines Sodoms, denHochmuth eines Babylons, oder die Herrſch-ſucht eines Roms zu ſtraffen, oder die Goͤ-tzen⸗Diener und Aberglaubiſchen auszurotten.