384 Schauplaz der Natur.
Die Erd⸗Wuüͤſteneyen ohne Trinken dauert; und ſo
Thiere. bald es in das Nachtlager einrücket, ſeineKnie ganz hoͤflich beuget, und ſich biß auf dieErde niederleget, damit man ihm die Laſtdeſto leichter abnehmen kan. Ich entziehedieſen Thieren ihren gebuͤhrenden Wehrtnicht; allein dasjenige, davan ich redenwill, kan man noch zu weit mehrerem ge-brauchen.
Der Chevalier. Kan man erfahren,wie es heiſſet?
Der Prior. Es heiſſet Eſel, weil ich esja nennen ſoll.
Der Chevalier. He! Herr Prior, washaben ſie da ausgeleſen?
Die Graͤfin. Haben Sie uns ſonſtnichts zu geben gewuſt? Warum nehmenSie nicht lieber die Katze? ſie leiſtet auchſo trefliche Dienſte; ſie ſplelet ſo artig. Siekonnten eine Menge Sachen von ihr erzeh-len, und allerhand ſchoͤne Auslegungen ma-chen, uͤber ihr heuchleriſch Geſicht, uͤber ih-re glatte Pfoten, daran aber ſpitzige Klauenſitzen; uͤber ihre Liſt, Umſchweiffe, und Gewohnheit niemahlen gerade aus, ſondernimmer in einer Kruͤmme zu lauffen. Hierhaͤtten Sie die ſchoͤnſts Gelegenheit ihre Be-redſamkeit ſehen zu laſſen.
Der Prior. Der Eſel iſt von jedermannverlaſſen, alſo will ich ihn unter meinen ESchutz nehmen, in Betrachtung, 1 3
jeſes