Dieckrd-Thiere.
388 Schauplatz der Natur.
Pferde, muͤſten hin und her tragen laſſen.Der Eſel hilft ihnen unaufhoͤrlich aus derNoth, Er traͤgt das Obſt, die Garten-Gewaͤchſe, die Thierhaͤute, Kohlen, Holz,Ziegeln, gebackene Steine, Sand, Moͤr-
tel, Stroh und Miſt. Das allerveraͤcht-
lichſte wird ihm aufgeladen. Es iſt ein groſ-ſer Nuzen fuͤr uns, und alle dieſe Hand-werksleute, daß wir ein ſanftmuͤthiges, ſtar-kes und unermüͤdetes Thier haben, das oh-ne groſſe Koſten und Weitlaͤufftigkeit unſe-re Staͤdte und Doͤrfer mit allem benoͤthig-
ten anfuͤllet. Sie werden die groſſen Dien,
ſte des Eſels am beſten durch ein kurzes
Gleichniß begreifen, und aus ihrer Dunkel-
heit, worinn ſie durch die Unachtſamkeit derMenſchen ſtecken, in ein helles Licht ſezen.
Das Pferd hat eine Gleichheit mit denenVoͤlkern, welche das, was in die Augenfaͤllet, und den Pracht lieben; welche ſichviel mit dem aͤuſſerlichen aufhalten; welche
immer ſpringen und tanzen, und in alle ihre
Verrichtungen was luſtiges mit einmiſchen.Man muß ihre Geſchicklichkeit bey unver-
mutheten und wichtigen Faͤllen bewundern,
wenn die Sache auf einmahl muß geendi-get werden; Allein ihr Feuer laufft offt aufeine Tollheit hinaus, ſie vergehen ſich, er-ſchoͤpfen ſich, und bringen ſich ſelber um ih-re groͤſte Vorteile, weil ſie ſich nicht zuruck
zu halten und zu maͤſſigen wiſſen.