Erſtes Geſpraͤch. 17
daß man ſich nicht einmal einfallen laͤſſet Dieetwas vollkommeners zu begehren. Die Blu-Noſen haben ſich nicht veraͤndert ſeit Er⸗ 17ſchaffung der Welt, dennoch haben die Blu-Roſen ſeit Erſchaffung der Welt ihre Lieb⸗ then.haber gefunden. 1
Der Prior. Dieſes ſind Schoͤnhei-ten, welche ohne muͤheſames Zubereiten,ohne Kuͤnſteleyen, bloß mit einer natuͤrli-chen Einfalt, die Vollkommenheit erreichet,8 das wahrhafftig⸗trefliche erwaͤhlet ha-
en.
Die Graͤfin. Woher mag dann derUnterſcheid entſtehen, zwiſchen der unver-aͤnderlichen Schoͤnheit der natürlichenDinge, und der ſo ſehr veraͤnderlichen undfluchtigen Schoͤnheit der durch Kuͤnſt be-reiteten Sachen?
Der Prior. Man darf nicht wun⸗ Quelledern, daß die Erfindungen der Menſchen derſich nicht weit erſtrecken, und nicht lange 9in Achtung bleiben, denn die Menſchentappen nur im Finſtern nach der Schoͤn-heit. Die Materie, die ſie auf tauſendfaͤl-tige Weiſe bearbeiten und beſchneiden, umſich Hauſer, Gerathe und Kleider davonzu machen, iſt keinesweges ihr eigen Ge-machte. Sie laͤſſet ſich oͤffters nicht nachihrem Willen gebrauchen: Sie verdirbt,unter ihren Haͤnden oder kommt vielmehrhaus irer Ordnung. Zwar ſuchen ſie ſel-
II. Theil. B bige