Dreyzehendes Geſpraͤch. 363
ſtern und andern Feſttagen, die Geheim-niſſe der Religion, wie in einer Cemoͤdie,vorſtellet: Ob auch gleich die ChriſtlicheReligion, als welche ihren Sitz dloß imHerzen und in einem rechtſchaffenen Le-bens⸗ Wandel hat, aus dergleichen Ge-tuͤmmel wenig Vortheil ziehet, ſo iſt dochder Poͤbel dazu geneigt, weil ihm derglei-chen Andacht die Zeit vertreibt, und ſeinenLuͤſten keine Hinderniß verurſachet Wenndie Mahometaner nach Mecha wallfahr-ten, woſelbſt Iſmael, der Araber Patri-arche, ſoll gewohnt haben, ſo ſtellen ſie nochheutiges Tages die Flucht der Hager indie Wuͤſten mit gewiſſen Ceremonien vor.Sie ſehen ſich allenthalben um: Sie ſu-chen ganz aͤngſtlich, und machen hernachfroͤliche Gebaͤrden, als ob ſie gefunden haͤt-ten, was ſie ſuchten. Sie merken leich-te, daß dieſes eine Vorſtellung von demBrunnen ſeyn ſolle, daraus Hagar undund ihr Sohn ihren Durſt loͤſchten. Die-
ſe Exempel koͤnnen uns genug ſeyn.Das ganze Alterthum iſt voll dergleichenGebraͤuche, die man deßwegen einſezte, umdas Andenken ſolcher Begebenheiten zu er-halten, woran dem Volk am meiſten gelegenwar. In den Zeiten bald nach der Suͤnd-fluth, als die Noachiſchen Kinder, ſtatt denErd⸗Kreiß zu bevoͤlkern, durchaus beyſam-men bleiben wollten, und nur die ucU
DieWein-ſtoͤckeundWein-berge.
V. Maho-metiſme.deReland.