Dreyzehendes Geſpraͤch. 377
gleichen Boden hat zwar Safft und Salz Dieim Uberfluße in ſich; allein weil er nach dem Wem-Regen harte wird, ſo bald die Sonne ein awenig ſcheinet, ſo kan Sonne und Lufft weinnicht recht in ihme wuͤrken, ſein Safft ver- berge.duͤnnet ſich nicht genugſam, er erhaͤlt we-der Vollkommenheit, noch Staͤrke, und derWein⸗Stock wird in dergleichen Erdreichgelb, oder giebt nur widerwaͤrtigen undharten Wein. Beſſer, als die fetteſte undfruchtbarſte Erde, iſt fuͤr den Weinſtock einetwas magerer und leichter Boden, dermehr trocken, als feucht, abhaͤngig gelegen,mit kleinen Kieſel⸗ oder Flinten⸗Steinenvermiſchet iſt. Zwar weis ich nicht, obetwa aus dieſen Kieſelſteinen, durch dasAnbauen, gewiſſe Salz- oder SchwefelTheilgen abgeſchlagen werden, welche imStande ſind dem Wein eine angenehmeStaͤrke mitzutheilen; doch giebt uͤberhauptleichtes und lockeres Erdreich allem, wasdarinnen waͤchſet, weit beſſern und zaͤrternGeſchmack, weil die Lufft ohne Wider-ſtand in ihn wuͤrken und eindringen kan,und folglich mehr fluͤchtiges Weſen ihmbeybringet, oder das vorhandene beſſeraufſchlieſſet, welches auch mit den uͤbrigenUrſpruͤngen des Wachsthumes geſchiehet.Ich moͤchte auch den Weingarten nichtallzu nahe bey einem Fluſſe, und noch we-niger bey einem Moraſte, anlegen. DieAa f Feuch-