108 Schauplatz der Natur
Die zierlichere Wuͤrkung herfuͤrgebracht, alsBrun⸗ dieſen unerſchoͤpftichen Lauf der Brunnen-nen. Quellen und Fluͤſſe, welche ſeit dem An-fange der Zeiten ihr Waſſer mit vollenStroͤmen und groͤſeſter Pracht einher rau-
ſchen laſſen. Anderer Seite iſt keine Wuͤr-
kung/ deren Urſache uns die Natur mitroͤſſerm Fleiße ſcheinet verborgen zu ha-
en.
Woher mag ein ſo gewaltiger Fluß kom-men, als die Rhone? Wodurch wird einſo ſtarker Strom als die Donau, der Gan-ges oder Amazonen. Fluß, immerwaͤhrendunterhalten? Wo muͤſſen die hierzu gehoͤ-rige, ſo zu ſagen ewige, unermeßliche, un-ſichtbare Waſſer Sammlungen ihren Platzhaben, aus deren Fuͤlle, auf ganz leichteWeiſe, unaufhoͤrlich genugſam friſchesWaſſer ſich ergieſſet; woraus, durch un-bekannte Canaͤle, die weitlaͤufftigen Beeteder Fluͤſſe angefuͤllet werden, und zwar mitſo groſſem Überfluſſe, daß ſie zu unſern Er-forderniſſen hinreichend ſind; doch auch mitſolchem Maſſe, daß ſie die Erde nicht uͤber-ſchwemmen/ an ſtatt ſie fruchtbar zu ma-
chen..
Indem das allerhoͤchſte Weſen die Fluͤf-ſe vor unſern Augen rinnen laͤſſet, ihren Ur-ſprung aber verbirget: So ſcheinet es, alsob es uns die Eigenſchafften ſeiner allezeitmilden und guͤtigen aber unſern Augen un-
zu-
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