DieBrunnen.
let hernach das Waſſer aus ihr berg
114 Schauplatz der Natur
Thau geſammlete Waſſer und ihre Waͤn-de laſſen haͤuffige Tropfen abrinnen. O-der, wenn es ſtarck geregnet hat, und derSchnee geſchmolzen iſt, verſammelt ſich einegroſſe Menge Waſſer unter der Erde ſelbſtbiß es endlich ſo ſehr anwaͤchſet daß es aus“bricht, und auf das freye Feld flieſſet. Au-dere hegen eine vernünfftigere Meynungund glauben, die Quellen nehmen ihrenUrsprung aus dem groſſen Welt⸗ Meereſelber. Denn dieſes umgiebet den ganzenErden⸗Kreyß, und ergieſſet ſich in die wei-ten und langen Hoͤhlen unter der Erde“gleichwie das Gebluͤte im menſchlichen Lei-
be ſich in den dünnen Adern zertheilet, unddadurch alle Glieder miteinander verbindet,Daher geſchiehet es, daß das Meer nie-Mahlen aufſchwillet, noch uber ſeine Ufettritt, ohnerachtet ſo viele gewaltige Stroͤ-me aus allen Theilen der Erde ſich darein
ergieſſen. Denn da die Erde inwendig aus,
gehoͤhlet iſt/ und in dieſe tiefe Hohlen, undnoch nicht ganz durchgrabene Gaͤnge daMeer- Waſſer zuweilen eindringet, undſtehen bleibt, ſo ſchleicht es ſich unvermer
durch die unterirdiſche Gewoͤlber und Klüff-te, ſuchet entweder einen Weg durch dietieffen Gaͤnge/ oder macht ſich ſelbſten elnen im Fortlauffen. Je mehr das Inner
der Erden durchbrochen iſt/ und je weiterGänge vorhanden ſind, je haͤufftger qull-