Berg-Werke.
49 Schauplatz der Natur
laͤſſet ſich wegen ſeiner Geſchmeidigkeit gernehaͤmmern, in Platten und rund ſchlagen, beu-gen und nach allen beliebigen Formen rich-ten. Doch beſtehet ſein groͤſeſter Vorzugbiß jezo hierinnen, daß man die Zeichnun-gen beruͤhmter Kuͤnſtler auf ſelbiges ſtichtund vermittelſt des Abdrucks an alle Ortenverſchicken kan; da man offt fuͤr elne ſchlechteCopey einer trefflichen Mahlerey fuͤnfſigGulden zahlen muß, ſo kan man um eben die-ſen Preiß dreyſſig vollkommen gute Abdru-cke haben, welche zwar nicht die Farben, aberdie Staͤrcke und Lieblichkeit des Originalszeigen, auf welchen leztern Eigenſchafften dasHauptwerck eines Meiſter⸗Stuͤckes beru-het, zuweilen macht es der Grabſtichel beſſer/als der Pinſel. Der Herr Gerard Audranhat vieles beygetragen, daß der Herr leBrun ſo groſſen Ruhm erlanget hat, gleichwie auch der Herr Cochin gar offt einemStuͤcke eine Annehmlichkeit und Schoͤnheitbeygeleget hat, wo der Mahler ſelbige ver-geſſen hatte. Jedoch darf man nicht geden-cken, als ob die Kupferſtecher bloß andererMeiſter Erfindungen in der Welt ausſtreue-ten: Es finden ſich unter ihnen ſelber trefli-che Kuͤnſtler; und gleichwie zu dem An-wachs der Wiſſenſchafften dieſes am mel-ſten beygetragen, daß man die Buͤcher durchmetallene Buchſtaben vervielfaͤltigen koͤn-nen; alſo hat auch die Erfindung auf.