DieHerr-ſchafftdesMen:ſchen.
28 Schauplatz der Natur.unter einer undurchdringlichen Decke ver-
birgt: Dahingegen wendet man ſeine Muͤhenicht kluͤger noch vortheilhafftiger an, alswenn man dem Lichte folget, das uns GOltzeiget, und wenn man ſich der Erlaubniß,die er uns glebt, eine Sache von der an-dern zu unterſcheiden, und ihren Gebrauchzu verbeſſern, nach allem Vermoͤgen bedie-net. Ein mehreres iſt uns nicht noͤthig:und gleichwie wir das Waſſer genugſamerkennen, wenn wir im Stande ſind es voneiner andern Materle zu unterſcheiden undzu machen, daß es ſiede, gefriere, ſuͤß wer-de, wegdampfe, ſich verdicke, hinlaufe, wouns beliebt, und ſo hoch ſpringe, als wir wol-len, ohne daß wir zu ſagen wuͤſten, was denndieſes Waſſer eigentlich ſey: Alſo muͤſſenwir auf gleiche Welſe uns bemuͤhen inallem demjenigen beſtaͤndig weiter zu kom-men, was uns moͤglich und nuͤzlich zu wiſſeniſt, von GOtt, von unſerer Seele, unſerermLeibe, von unſerm Beruf und von der AbſichtOttes mit uns. Indem es mit uns dieſeaugenſcheinliche Bewandniß hat, daß wirbeyweitem nicht alles, jedoch auch weit mehr,als gar nichts, wiſſen, ſo iſt es ja viel kluͤgergehandelt, daß wir unſerm Weg und un-ſere Augen nicht auf die Natur der Dinge,das iſt: auf diejenige Seite richten, wo ei-ne Dicke Finſterniß herrſchet, und wo dieWeltweiſen ſo gerne ſich aufhalten 1 151 ern