284 Schauplatz der Natur.
Die Die Vernunfft handelt alſo hoͤchſt⸗loͤd-brauch- lich, wenn ſie keine andere Wegweiſerbare zur Gluͤckſeligkelt ſuchet, als die uns be-reits gegeben find, und wenn ſie ihr Gut-duͤncken von Errichtung einer Relchion beySeite ſezet; darum, well die Religionbereits errichtet, und weil es vor den Men-ſchen ein hinlaͤnglicher Beweg⸗Grund zuLenckung ſeines Willens iſt, wenn er weiß,Die daß etwas von Gott herruͤhre. Ebenmenſchli⸗ alſo verfaͤhret man auch hoͤchſt vorſichtig,„ wenn man die Einrichtung feiner Geſchaͤff-die Haus. le und die Nichtſchnur ſeiner Handlungenhaltungs nicht aus den Lehrgebaͤuden einer unge-und Arzney gruͤndeten Welt⸗Welßheit herhohlet. Die8 Vernunfft begnuͤget ſich in allen dieſenlehrlamge Sachen mit einer maͤſfigen Anzahl gewif-let. ſer Erfahrungen; aus dieſen ziehet ſieGrund ⸗ Regeln oder Beyſpiele ihres Ver-
haltens, und befleiſſtget ſich, dieſelbe taglich
beſſer anzuwenden. Die Haußhaltungs-
und Arzney⸗Kunſt, die Rechtsgelehrſam-
keit, dle Politick und die uͤbrige brauchba-
te Erkenntniß, beſtehet bloß in einerSammlung der gewiſſeſten Erfahrungen,
die man von jedweder Materle auftreiben
kan, aus welchen hernach die Vernunfftſchlieſſet, wie ſie ſich in dieſen und andern
Fallen verhalten muͤſſe. So iſt unſer Zu-
ſtand beſchaffen! Er macht alle Menſchen
auf gewiſſe Weiſe einander geig 7
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