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Dreyzehende Unterredung. 313
ſich eines vortrefſſchen naturlichen Ver⸗ Die
ſtandes ruͤhmen koͤnnte. Dieſes einige Meß.
Beyſpiel iſt hinlaͤnglich, mein werhrleſter Bunſt.Chevalier, daß wir uns dieſe noͤthigeWahrheit feſt ins Gemuͤthe praͤgen, derallerbeſte natuͤrliche Verſtand befinde ſichſtumpf, wenn er von Wiſſenſchafften ur-theilen will, deren Grundſaͤtze ihm nichtſattſam bekannt ſind. Es waͤre zu wuͤn-ſchen, daß jedermann dieſe heilſame Wahr-heit gehoͤrig in Erwaͤgung zoͤge, ſo waͤrenwir des Verdruſſes uͤberhoben„ eineMenge abgeſchmackter Schrifften zu ſehen,deren Verfaſſer dasjenige im geringſtennicht verſtehen, wovon ſie mit der groͤſtenDreiſtigkeit urtheilen: Dieſe Herren wuͤr-den ſodann ihre Einſicht nicht verwegenerWeiſſe vor das Maas ausſchreyen, wor-nach man die Moͤglichkeit oder Unmoͤglich-keit einer Sache feſtſetzen muͤſſe; noch we-niger wuͤrden ſie ſich unterſtehen zu tadeln,zu verwerffen und zu verbeſſern, wo ihrVerſtand nicht hinreichet die wuͤrklich vor-handene Vollkommenheit einzuſehen. O!wie manche Verwirrung waͤre wenigerin der Welt, wenn dieſe Leute zuvor ihre Er-kenntniß verbeſſerten, ehe ſie ſich zu Lehrerndes menſchlichen Geſchlechts aufwerfenund Wahrheiten verbeſſern wolten, die ih-nen unbekannt ſind.
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