Dreyzehende Unterredung. 357
ne, als ſeiner Quelle, auf der andernSeite.
Dieſes iſt der erſte Grund der Gno-monick. Dieſe ſchoͤne Kunſt, welche dar-inne beſtehet, daß ſie die Cirkel der Welt-Kugel, und den Lauf der Sonne oder desMondes durch den Schatten eines denenſelbigen entgegen geſezten Coͤrpers vorſtel-let(welches wir eine Sonnen- oder Mon-den⸗ Uhr nennen) bekam ihren Namenvon dem Worte Gnomon, das einen Zei-ger ſo wohl, als einen Winkelhacken be-deutet. Was iſt denn aber fuͤr eine Ver-haͤltniß zwiſchen einem Inſtrumente, dasaus zweyen Linealen rechtwinklicht zuſam-men geſezet iſt und zwiſchen dem Stunden-zeigen der Schatten⸗Bahne? Man ge-brauchte anfaͤnglich einen Winkelhackendazu, deſſen eines Lineal am Boden befe—ſtiget war; folglich ſtande das andere bley-recht empor„und zeiate die Puncte, dahindie Schatten⸗Spitze fiel.
Man ließ es dabey nicht bewenden,daß man etwas ſpitziges, eine Pyramide,oder eine aufgeſteckte Kugel, gegen dieSoune ſtellte, und ihren Schatten auf ei-ne Flaͤche fallen lieſſe: Man befande auchvor thunlich, eine lange Schiene oder einenStab, entweder von Holze oder von Me-tall, gegen die Sonne zu richten; man be-
3 3 kam
DieGnomo—nick.