Funfzehende Unterredung 591
ten kaͤmpfen muͤſſen, weil dieſe an einem Die
Orte anziehen, am andern wegſtoſſen.Das ganze Lehr⸗Gebaͤude koͤnnte manungemein ſchoͤn auszieren, wenn man ge-wiſſe Linien annaͤhme; uͤber welche die an-ziehende Kraͤffte nicht ſchreiten duͤrfen, ohneſogleich in wegſtoſſende Kraͤffte verwandeltzu werden, und ſo dann koͤnnte man ſicheinbilden, man habe die ganze Natur ereklaͤret. Die geometriſche Methode laͤſſetſich bez allen angenommenen Saͤtzen ge-brauchen, denn ſie dienet bloß dazu, daßſie die Gedanken ordentlich vortraͤgt, al-lein, ſie gibt dem angenommenen Satzenicht mehr Wahrheit, als er von ſich ſelb-ſten hat. Es wird nicht unmuͤglich ſeyn,wenn wir bemerken, daß das Licht, indemes aus einem Coͤrper in den andern faͤhretund gebrochen wird, ein ganz anderes Ge-ſetze beobachtet, als die uͤbrige Coͤrper. Ei-ne Bleykugel oder ein Stein, der ſchief insWaſſer geworffen wird, entfernet ſich beydem Einfahren vom Perpendicul, und naͤ-hert ſich demſelben beym heraus fahren inder Lufft. Er weicht alſo vom dichten und
anziehenden Coͤrper weg; Was mag nun
deſſen anziehende Krafft zu ſolcher Zeit wohlmachen?„
32. Da man nun dieſes Verhaͤltnißzwiſchen dem Einfalls⸗ und Refractions-Winkel einmahl gewiß wels, einige Un-
gleich-
Gptick.