Vierte Unterredung; 125— -
Man muß vorhero der Schande das Cortſe,Wort ſprechen, ehe man die Ergoͤtzlichkei⸗ zung derten loben kan, welche uns auf eine andereBahn leiten, als die Abſicht der Naturund das Wohl der Geſellſchafft zu betret-ten erfordert. Wir wollen ſie alle nachder Reihe betrachten: Es iſt keine einzi-ge, die nicht nach einer vortrefflichen Ab-ſicht eingerichtet ware. Die Religionverlanget ſie nicht abzuſchaffen; ſondernnur in ihrer Ordnung zu erhalten indemſie ihre wahre Abſicht beybehalten will.ur die boͤſe Luſt, oder ein Aberwitz, derich unter dem ſchoͤnen Nahmen der Welt-weishelt zu verbergen ſuchet, will die Er-goötzungen von ihrem Endzwecke trennen.Ihr Kuͤnſtler! die ihr unſere muſicaliſcheVergnuͤgungen einrichtet, ihr kennet dieWelt nicht recht, wenn ihr ſelbiger eureSchwachheiten aufdringet. Ihr ſehet,daß alles nach der Tuflerie ellet, wennman hoffen kan ein venite exultemus vones Mondonville Compoſitjon zu hoͤren,und ihr ladet uns hernach ein, unordentli-che Liebes⸗ Begebenheiten, oder eine ab-geſchmackte Verwandlung anzuhoͤren.ieſes heiſſet eine allzuſchlechte Meynungvon uns haben. Die Welt haſſet wederahebeit noch Tugend. Mehmet euchnur das Herz, ſelbſt kugendhafftig und ver-ſaͤndig zu ſeyn, Richtet eure Muſick nach5 einer